Was ist Chemsex? Risiken, Grenzen und Hilfe
Chemsex bedeutet Sex unter Drogeneinfluss, oft mit dem Ziel, das Erlebnis intensiver zu machen oder länger durchzuhalten. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Männern verwendet, die Sex mit Männern haben. Drogen beim Sex kommen jedoch nicht nur in einer bestimmten Gruppe vor. Chemsex kann mit einer Person oder mit mehreren stattfinden.
Was kann schiefgehen?
Drogen können verändern, was du fühlst, wie du Risiken einschätzt und wie klar du deine Grenzen mitteilst. Länger durchzuhalten kann zu Erschöpfung und körperlichen Beschwerden führen. Auch Angst, Niedergeschlagenheit oder Abhängigkeit können eine Rolle spielen.
Werden verschiedene Substanzen kombiniert, wird die Situation riskanter. GHB zusammen mit Alkohol oder Schlafmitteln kann zum Beispiel die Atmung gefährlich stark dämpfen. Eine Substanz zu nehmen, um die Wirkung einer anderen auszugleichen, macht den Konsum nicht sicher.
Auch sexuell übertragbare Infektionen sind ein wichtiges Thema. Kondome, passende Untersuchungen und bei Bedarf ein Gespräch über PrEP gehören zur sexuellen Gesundheit. PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor allen sexuell übertragbaren Infektionen. Teile keine Spritzutensilien.
Eine Absprache im Voraus ersetzt keine Zustimmung
Besprecht eure Grenzen, wenn alle einen klaren Kopf haben, und achtet während des Kontakts darauf, was jemand möchte und mitteilen kann. Ein früheres Ja verpflichtet niemanden, weiterzumachen. Wer bewusstlos ist, kann nicht zustimmen.
Ihr könnt zum Beispiel vorher vereinbaren: „Wenn eine Person von uns unsicher ist oder nicht mehr klar reagiert, hören wir auf.“ Eine Grenze muss nicht überzeugend begründet werden. Druck durch eine Partnerperson oder eine Gruppe ist kein Grund, diese Grenze trotzdem zu verschieben.
Wann ist sofort Hilfe nötig?
Reagiert jemand nicht, wenn du die Person ansprichst und vorsichtig an den Schultern schüttelst? Ruf 112. Stelle das Telefon auf Lautsprecher und befolge die Anweisungen. Behandle Bewusstlosigkeit nicht so, als müsste die Person sie einfach ausschlafen. Sag den Rettungskräften, welche Substanzen möglicherweise genommen wurden.
Nimmst du häufig GHB und bekommst Beschwerden, wenn du es nicht nimmst? Dann versuche nicht, ohne Unterstützung aufzuhören. Ein Entzug kann gefährlich sein. Wende dich an deine Hausarztpraxis oder die Suchthilfe.
Du musst nicht erst in eine Krise geraten
Auch wenn du unsicher bist, was deinen Konsum angeht, oder im Nachhinein nicht so gute Gefühle damit verbindest, kannst du dir Hilfe holen. Ein Anfang könnte sein: „Ich nehme beim Sex Drogen und möchte darüber sprechen, wie es mir damit geht.“ Du musst noch nicht wissen, ob du weniger nehmen oder ganz aufhören möchtest.
Deine Hausarztpraxis kann dich beraten und weitervermitteln. Informationen und persönliche Beratung bekommst du bei einer örtlichen Beratungsstelle für Drogenfragen. Die verlinkten Informationsangebote von Drugsinfo in den Niederlanden und der GGD Amsterdam mit ihrer speziellen Sprechstunde zu Chemsex beziehen sich auf die Niederlande.