Safeword: Bedeutung, Absprachen und Grenzen
Ein Safeword ist ein vorher vereinbartes Stoppwort. Ihr vereinbart gemeinsam, welches Wort bedeutet, dass ihr sofort aufhört. So habt ihr neben gewöhnlichen Worten wie „Nein“ und „Stopp“ ein eindeutiges Signal. Du musst nie erst das besondere Wort benutzen, damit deine Grenze zählt.
In den Mustervereinbarungen der NCSF stehen solche Stoppwörter neben dem Recht, die Zustimmung zurückzuziehen. Ein Safeword ist also eine zusätzliche Absprache und keine Erlaubnis, so lange weiterzumachen, bis das Wort fällt.
Welches Wort könnt ihr wählen?
Wählt etwas, das ihr euch beide leicht merken könnt und dessen Bedeutung klar ist. „Rot“ ist zum Beispiel kurz. Ein komplizierter Witz kann lustig klingen, ist aber weniger hilfreich, wenn jemand erst überlegen muss, was genau vereinbart war. Besprecht das Wort vorher und nicht erst in dem Moment, in dem jemand aufhören möchte.
Ihr könnt zusätzlich ein eigenes Wort für eine Pause vereinbaren. Das folgende Beispiel ist eine Möglichkeit, kein vorgeschriebenes System:
| Absprache | Reaktion |
|---|---|
| „Rot bedeutet, dass ich aufhören möchte.“ | Du hörst sofort auf. Erst danach fragst du, was die andere Person braucht. |
| „Gelb bedeutet, dass ich kurz darüber sprechen möchte.“ | Du unterbrichst, was du gerade tust. Ihr besprecht in Ruhe, ob und wie ihr weitermachen möchtet. |
Lasst euch die Absprache jeweils in eigenen Worten wiedergeben. „Bei Rot hören wir also auf, ohne zu diskutieren?“ macht schneller deutlich, ob ihr dasselbe meint, als die bloße Frage, ob alles klar ist.
Was, wenn jemand das Wort vergisst oder nichts sagt?
Dann bist du weiterhin dafür verantwortlich, aufmerksam zu sein und dich abzustimmen. Schweigen ist keine Zustimmung. Zieht sich jemand zurück, erstarrt die Person oder bemerkst du Unbehagen, hör auf und frag, wie es ihr geht. Warte nicht auf das vereinbarte Wort. RAINN erklärt, warum auch solche Signale wichtig sind.
Ein Safeword macht eine Situation auch nicht automatisch sicher. Es ersetzt weder das Wissen über Risiken noch die freiwillige Zustimmung. Wenn du unsicher bist, mach nicht weiter, weil du denkst, die andere Person würde schon etwas sagen.
Wie reagierst du auf das Signal?
Halte deine erste Reaktion einfach: „Wir hören auf. Möchtest du etwas Abstand oder soll ich bleiben?“ Lass der anderen Person Zeit zu antworten. „Warum jetzt?“ oder „Nur noch ganz kurz?“ übt Druck aus, obwohl eine Grenze bereits ausgesprochen wurde.
Später könnt ihr darüber sprechen, was geholfen hat und was ihr anders machen möchtet. Zum Beispiel: „Möchtest du dasselbe Safeword beibehalten?“ Dieses Gespräch muss nicht sofort stattfinden und ist keine Voraussetzung dafür, das Stoppsignal zu respektieren. Wie Rutgers in seiner Erklärung zu Consent erläutert, können sich Wünsche ändern, und ihr solltet euch weiterhin miteinander abstimmen.