Bodyshaming: Bedeutung, Beispiele und respektvolle Reaktionen
Bodyshaming bedeutet, jemanden wegen des Körpers oder Aussehens zu beleidigen oder zu demütigen. Das kann offen geschehen, aber auch in einem Witz oder Vergleich stecken. Auch der Duden beschreibt den Begriff als Demütigung wegen des Aussehens. Dabei geht es nicht nur um Gewicht.
Welche Bemerkungen können Bodyshaming sein?
Eine Bemerkung kann sich auf Gewicht, Körperform, Größe, Haut, Narben, Haare oder ein anderes äußeres Merkmal beziehen. Zum Beispiel, wenn sich jemand über den Körper einer Person lustig macht, sagt, sie sehe erst nach einer Veränderung gut aus, oder ihr ungefragt rät, abzunehmen oder zuzunehmen.
Auch ein positiv gemeinter Vergleich kann den Körper einer Person zum Gegenstand einer Bewertung machen. Zum Beispiel: „Früher hast du besser ausgesehen“ oder „Du hast wenigstens den passenden Körper für diese Kleidung.“ Das heißt nicht, dass jedes Kompliment über das Aussehen einer Person Bodyshaming ist. Es kann aber helfen, sich zu fragen, ob die Bemerkung willkommen und nötig ist.
Achte also nicht nur auf die Worte oder die Absicht. Auch die Situation, die Beziehung zwischen den Beteiligten und die Reaktion der betroffenen Person spielen eine Rolle. Wenn jemand sagt, dass ihm eine Bemerkung unangenehm ist, hör zu und respektiere diese Grenze.
Ein Witz oder Kompliment mit einer Bewertung
Nicht jedes Kompliment zu einem äußeren Merkmal ist Bodyshaming. Der Unterschied zeigt sich besser daran, was genau gesagt wird, als an der Bezeichnung „war doch nur ein Witz“. Die folgenden Beispiele machen das konkret:
| Bemerkung | Was kannst du ansprechen? |
|---|---|
| „Mit deiner Figur kannst du dieses Kleid wirklich nicht tragen.“ | Die Person macht deinen Körper zur Voraussetzung dafür, bestimmte Kleidung tragen zu dürfen. |
| „Für dein Alter siehst du noch ziemlich gut aus.“ | Das Kompliment enthält auch eine abwertende Erwartung an das Alter. |
| „Was für eine schöne Farbe, die steht dir gut.“ | Das enthält keine vergleichbare Abwertung. Trotzdem kannst du sagen, dass du lieber keine Bemerkungen über dein Aussehen möchtest. |
Du musst eine Bemerkung nicht erst einer offiziellen Kategorie zuordnen, um deine Grenze setzen zu dürfen. Und wenn jemand sagt, dass dein Witz nicht willkommen ist, ist „aber ich habe es gut gemeint“ kein Grund, damit weiterzumachen.
Wie kannst du respektvoll reagieren?
Wenn es um deinen Körper geht: Du kannst kurz sagen, was du nicht möchtest, ohne deinen Körper zu erklären oder deine Grenze zu verteidigen.
- „Ich möchte lieber keine Bemerkungen über meinen Körper.“
- „Ich möchte keine Ratschläge zu meinem Aussehen.“
- „Lass uns über etwas anderes sprechen.“
Wenn du dabei bist: Du kannst zuerst die betroffene Person fragen, was der Person angenehm ist. Zum Beispiel: „Möchtest du, dass ich etwas dazu sage, oder soll ich später kurz nachfragen, wie es dir geht?“ Wenn du reagierst, halte es einfach: „Lass uns keine Bemerkungen über den Körper anderer machen.“
Wenn du selbst so eine Bemerkung gemacht hast: Erkenne an, was du gesagt hast, und entschuldige dich, ohne deine Absicht als Rechtfertigung zu benutzen. Zum Beispiel: „Das war eine Bemerkung über deinen Körper. Tut mir leid, ich werde das nicht wieder tun.“ Lass der anderen Person Raum, zu reagieren.
Eine Entschuldigung wird konkreter, wenn du die Bemerkung auch zurücknimmst: „Ich habe so getan, als dürfte dein Körper bewertet werden. Das stand mir nicht zu.“ Danach kannst du das Thema ruhen lassen. Die andere Person muss dich nicht sofort beruhigen oder dir verzeihen.
Auch in einem Gruppenchat kannst du eine Grenze setzen
Stell dir vor, jemand teilt ein Urlaubsfoto und plötzlich drehen sich die Reaktionen nur noch um den Bauch oder die Beine der Person. Als außenstehende Person kannst du das Gespräch umlenken: „Lass uns ihren Körper nicht bewerten. Wo wurde das Foto aufgenommen?“ Du musst der Kritik dabei kein anderes Körperideal entgegensetzen.
Geht es um dich, kannst du das Foto löschen oder den Chat verlassen. Du musst nicht weiter reagieren, um zu beweisen, dass du einen Witz verträgst. Wenn du später etwas sagen möchtest, kannst du es kurz halten: „Ich habe eine Urlaubserinnerung geteilt und nicht dazu eingeladen, über meinen Körper zu sprechen.“
Unterstützen, ohne neu zu bewerten
„Aber du bist doch gar nicht dick“ kann die Diskussion trotzdem darauf lenken, ob eine Bezeichnung für den Körper zutrifft. Du kannst auch sagen: „Diese Bemerkung war nicht in Ordnung. Möchtest du darüber sprechen oder lieber etwas anderes machen?“ So muss die Person ihren Körper nicht verteidigen, um Unterstützung zu bekommen.