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Intimität im Gespräch mit einer KI: Datenschutz, Erwartungen und Grenzen

Ein KI Gesprächspartner ist ein Chatbot, der ein persönliches Gespräch nachahmt. So ein Gespräch kann vertraut oder intim wirken. Behandle es trotzdem als Kontakt mit einem digitalen Dienst: Eine warme Reaktion sagt nichts darüber aus, wie vertraulich deine Nachrichten sind. Gerade wenn du über Beziehungen oder Sexualität sprichst, ist dieser Unterschied wichtig.

Was gefällt dir an dem Gespräch?

Vielleicht findest du es hilfreich, deine Gedanken laut zu ordnen, ohne sie sofort jemandem erklären zu müssen. Oder du bist einfach neugierig auf eine fiktive Figur. Du musst daraus nichts Größeres machen, als es ist. Ein Chatbot, der sich interessiert anhört, bietet aber keine menschliche Gegenseitigkeit. Die Antworten werden von einer Software erstellt.

Mach dir dein Ziel konkret. „Ich möchte ein schwieriges Gespräch vorbereiten“ ist etwas anderes als „Ich möchte hören, dass ich recht habe“. Im ersten Fall kannst du nach verschiedenen Formulierungen suchen. Im zweiten besteht das Risiko, dass du einer angenehmen Antwort mehr Gewicht gibst als dem, was tatsächlich zwischen dir und einer anderen Person passiert.

Lass erkennbare Details aus dem Chat heraus

Teile lieber keine Namen, Adressdaten, privaten Fotos oder vollständigen Gespräche anderer Personen. Verwende für eine Übungsfrage eine erfundene Situation: „Zwei Menschen möchten öfter gemeinsam essen, aber ihre Arbeitszeiten unterscheiden sich. Welche Absprachen könnten sie besprechen?“ Dafür braucht es weder eure Namen noch eure Arbeitsorte.

Lies nach, wie der Dienst Daten verwendet und welche Einstellungen es für den Verlauf und das Training gibt. Verwende ein sicheres Passwort und, falls verfügbar, einen zusätzlichen Anmeldeschritt. Diese Hinweise entsprechen den Datenschutzhinweisen der CNIL. Ein Satz wie „Speichere das nicht“ im Chat ersetzt diese Einstellungen nicht.

Mach aus einer Antwort kein Urteil über deine Beziehung

Ein Chatbot kennt höchstens deine Schilderung. Schreibst du „Mein Partner reagiert nie“, obwohl du eigentlich eine einzelne unbeantwortete Nachricht meinst, beginnt das Gespräch schon mit einer anderen Situation. Bitte lieber um mehrere mögliche Erklärungen oder um einen ruhigen Gesprächseinstieg. Prüfe wichtige Sachinformationen separat.

Ein Beispiel: „Mir fehlen unsere Gespräche nach der Arbeit. Können wir morgen eine Weile ohne Handy miteinander reden?“ Das ist ein Vorschlag, mit dem du auf die andere Person zugehen kannst. Er sagt mehr aus als ein von einer KI formuliertes Urteil über die Absichten der anderen Person.

Sprich darüber, was sich persönlich anfühlt

Wenn du einen romantisch ausgerichteten Chatbot nutzt und in einer Beziehung bist, besprecht, was sich für euch gut oder unangenehm anfühlt. Beginne mit der konkreten Nutzung: „Ich chatte ab und zu mit einer fiktiven Figur. Ich möchte besprechen, wo für uns die Grenze liegt.“ So geht es um eure Absprachen, ohne dass ihr gleich ein großes Etikett dafür finden müsst.

Du kannst auch für dich selbst Grenzen festlegen: keine Fotos, keine echten Namen und keine Chats während eures gemeinsamen Abends. Merkst du, dass du immer wieder zurückkommst, um dir Bestätigung zu holen, leg das Handy eine Weile weg und besprich deine Frage mit jemandem, der die Situation wirklich mit dir betrachten kann.