Beckenbodenspannung: Was bedeutet sie und woran erkennst du sie?
Mit Beckenbodenspannung kann ein angespanntes Gefühl tief im Becken gemeint sein, aber auch, dass sich die Muskeln nur schwer entspannen lassen. Anspannen ist an sich normal: Dein Beckenboden hilft dir zum Beispiel dabei, den Urin zurückzuhalten. Wichtig ist, dass die Muskeln auch wieder loslassen können. Ein Beckenboden, der ständig angespannt bleibt, ist nicht automatisch stark oder funktioniert besonders gut.
Wo liegt dein Beckenboden?
Dein Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebe im unteren Bereich deines Beckens. Bei Frauen liegen diese Muskeln unter anderem rund um die Vagina und den After. Sie stützen die Blase, die Gebärmutter und den Darm. Du nutzt sie, um Urin und Winde zurückzuhalten. Es sind Muskeln, die du nicht sehen kannst. Deshalb ist es manchmal schwierig zu erkennen, was genau du anspannst. Die Erklärung der Beckenbodenmuskeln auf der niederländischen Gesundheitswebsite Thuisarts hilft dir, ihre Lage besser zu verstehen.
Spannung, Kraft und Kontrolle sind verschiedene Dinge
- Spannung: Wie stark die Muskeln angespannt sind, auch wenn du gerade keine Übung machst.
- Kraft: Wie viel Kraft du aufbringen kannst, wenn du bewusst anspannst.
- Kontrolle: Die Muskeln bei Bedarf anspannen und wieder entspannen können.
Es geht also nicht darum, den ganzen Tag so fest wie möglich anzuspannen. Bei Beschwerden kann es bei einer Behandlung gerade darum gehen, wahrzunehmen, wann du anspannst, und zu lernen, wieder loszulassen. niederländische Information zur Beckenbodenphysiotherapie bei länger anhaltenden Beckenschmerzen beschäftigt sich unter anderem mit dieser Kontrolle.
Was hat Spannung mit Schmerzen zu tun?
Schmerzen beim Einführen eines Tampons oder bei vaginaler Penetration können mit angespannten Muskeln zusammenhängen. Die Angst vor erneuten Schmerzen kann dazu führen, dass du unbewusst anspannst. Das machst du nicht absichtlich. Schmerzen bedeuten aber nicht automatisch, dass dein Beckenboden das Problem ist: Auch Hautprobleme oder eine Entzündung können eine Rolle spielen.
Wenn du wiederholt Schmerzen am Scheideneingang hast, ist es deshalb sinnvoll, einen Termin bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt zu vereinbaren. Mach nicht weiter, wenn etwas wehtut. Ihr könnt gemeinsam andere Formen von Nähe wählen, zum Beispiel Küssen oder eine Massage, die sich angenehm anfühlt. Die niederländische Gesundheitswebsite Thuisarts informiert über diese Schmerzen und mögliche Ursachen.
Musst du kräftiger werden oder Entspannen lernen?
Das hängt davon ab, was bei dir los ist. Ein allgemeines Programm, bei dem du immer häufiger anspannst, ist keine persönliche Antwort auf Schmerzen oder ein angespanntes Gefühl. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut mit Schwerpunkt Beckenboden kann dir helfen herauszufinden, welche Muskeln du benutzt und was dir Schwierigkeiten macht. Du musst dir vorher keinen eigenen Test ausdenken und auch kein Hilfsmittel kaufen.
Eine Untersuchung wird vorher mit dir besprochen. Frag ruhig nach, was dabei vorgesehen ist, und sag Bescheid, wenn sich etwas unangenehm anfühlt. Du kannst zum Beispiel fragen: „Können Sie mir erklären, woran Sie erkennen, ob ich gut entspanne?“ Das gibt dir mehr Orientierung als das Wort „Spannung“ allein.
So kannst du deine Beschwerden klar beschreiben
Notiere kurz, wo und wann du die Beschwerden bemerkst: beim Sitzen, Wasserlassen, Einführen eines Tampons oder beim Sex. Schreib auch auf, ob sie wieder nachlassen und was du dadurch nicht angenehm machen kannst. „Ich habe Schmerzen beim Einführen und traue mich danach nicht mehr zu entspannen“ sagt mehr als „Mein Beckenboden ist falsch“. Du musst die Ursache nicht kennen, um um Hilfe zu bitten.