Intimhygiene: So pflegst du deine Vulva einfach
Wasche den äußeren Bereich vorsichtig und spüle die Scheide nicht von innen aus. Für die normale Intimpflege brauchst du weder Parfüm noch Deodorant oder spezielle Vaginalspülungen. Es hilft, zuerst zu wissen, welchen Körperbereich du meinst.
Vulva oder Scheide: Was ist der Unterschied?
Die Vulva ist der äußere Bereich. Dazu gehören unter anderem die Schamlippen, die sichtbare Klitoris und die Öffnungen der Scheide und der Harnröhre. Die Scheide ist der Kanal hinter der Scheidenöffnung. Im Gespräch meinen wir oft mit „Scheide“ den gesamten Bereich. Bei der Pflege ist diese Unterscheidung aber wichtig.
Die Scheide reinigt sich selbst. Flüssigkeit und Schleim, die nach außen gelangen, gehören dazu. Du musst das Innere also nicht ausspülen, um sauber zu sein. Die Erläuterungen des britischen NHS zur Vulvapflege unterscheiden ebenfalls zwischen innerem und äußerem Bereich.
Eine einfache Pflegeroutine unter der Dusche
- Wasche die Vulva und den Scheideneingang vorsichtig mit lauwarmem Wasser.
- Benutze keine harte Bürste und schrubbe nicht.
- Tupfe den Bereich anschließend mit einem weichen Handtuch vorsichtig trocken.
- Verzichte auf Vaginalspülungen und parfümierte Intimpflegeprodukte.
Auch wenn auf einer Flasche „mild“ oder „Intimpflege“ steht, brauchst du das Produkt nicht automatisch. Die niederländische Gesundheitswebsite Thuisarts empfiehlt Wasser und rät von Seife und Spülungen ab. Gib keinen Joghurt, Knoblauch oder andere Haushaltsmittel in die Scheide.
Du musst nicht geruchlos sein
Ein natürlicher Geruch und etwas Ausfluss bedeuten nicht, dass du dich nicht gründlich genug wäschst. Versuche nicht, normale körperliche Merkmale mit immer mehr Produkten zu überdecken. Ein neuer, unangenehmer Geruch zusammen mit verändertem Ausfluss ist etwas anderes als deine tägliche Waschroutine.
Mach es dir praktisch: Leg vor dem Duschen ein sauberes Handtuch bereit und halte die Pflege einfach. Wenn du wegen einer bestimmten Beschwerde ein neues Produkt verwenden möchtest, klär zuerst, wofür du es brauchst. Eine Creme für die äußere Haut und ein Mittel zur Anwendung im Inneren sind nicht austauschbar.
Wann hilft Waschen nicht weiter?
Bei Juckreiz, Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen, auffällig verändertem Ausfluss oder Blutungen außerhalb deiner Periode kannst du in deiner Hausarztpraxis anrufen. Beschreibe, wo du etwas bemerkst: auf der Haut, am Scheideneingang oder weiter innen. Du musst den richtigen medizinischen Begriff nicht kennen.
Zum Beispiel: „Seit ein paar Tagen brennt die Haut am Scheideneingang. Ich habe vor Kurzem ein neues Produkt benutzt.“ So lässt sich das Gespräch besser beginnen, als wenn du nur sagst, dass du dich nicht sauber fühlst. Mehr Waschen ist nicht die richtige Behandlung für jede Beschwerde.