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Intimität mit einer Behinderung: Deine Wünsche und dein Tempo

Eine Behinderung sagt nicht aus, welche Art von Intimität du möchtest. Vielleicht wünschst du dir eine Beziehung, Berührungen oder Sex, vielleicht aber auch nicht. Was sich für dich gut anfühlt, wie viel Unterstützung du brauchst und wie du kommunizieren möchtest, sind unterschiedliche Fragen. Die eine beantwortet nicht automatisch die andere.

Was kann sich anders anfühlen?

Bei einer körperlichen Behinderung können Schmerzen, Erschöpfung, Bewegung oder ein verändertes Empfinden Einfluss auf Sex haben. Das ist je nach Person und Erkrankung unterschiedlich. Vielleicht möchtest du etwas anderes ausprobieren. Vielleicht funktioniert weiterhin, was dir schon bisher gefallen hat. Rutgers beschreibt, wie sich Krankheit und Behinderung auf die Sexualität auswirken können, ohne dass eine Veränderung zwangsläufig ist.

Stell dir jeweils nur eine praktische Frage auf einmal. Kannst du eine Position bequem beibehalten? Fühlt sich eine Berührung an dieser Stelle gut an? Hast du gerade genug Energie? Ein festes Kissen kann manchmal dabei helfen, eine Position zu stützen. Hör auf, wenn etwas wehtut, und sprich wiederkehrende Beschwerden an. Wenn du unsicher bist, was körperlich sicher ist, frag deine behandelnde Fachperson nach einer Empfehlung für deine Situation.

Mach deutlich, wie du kommunizieren möchtest

Brauchst du mehr Zeit zum Antworten oder nutzt du Gesten oder ein Hilfsmittel? Sag einer Partnerperson oder einer Fachperson, was für dich funktioniert. Zum Beispiel: „Stell immer nur eine Frage auf einmal und warte, bis ich fertig getippt habe.“ Oder: „Frag zuerst mich und nicht meine Begleitperson.“

Die Informationen des britischen NHS zur Unterstützung bei der Kommunikation nennen unter anderem ein angepasstes Sprechtempo, aufmerksames Zuhören und Kommunikationshilfen. Langsames Sprechen oder Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, bedeuten nicht, dass jemand anderes deine Wünsche für dich festlegen darf.

Vereinbart bei Berührungen, wie du signalisierst, dass etwas aufhören soll. Das kann mit Worten oder mit einem für dich eindeutigen Zeichen geschehen. Wenn die andere Person dich nicht versteht, macht eine Pause und sucht zuerst nach einer Möglichkeit, die funktioniert. Ein Hilfsmittel soll deine Entscheidung deutlich machen, nicht sie ersetzen.

Ein Beratungsgespräch, bei dem es um deine Frage geht

Deine Hausarztpraxis oder deine behandelnde Fachperson kann dich beraten und dich bei Bedarf an eine sexualmedizinische Fachperson überweisen. Du kannst darum bitten, einen Teil des Gesprächs ohne Begleitperson zu führen, oder jemanden mitbringen, der dich bei der Kommunikation unterstützt. Sag, welche Rolle diese Person hat und welche Fragen du selbst beantworten möchtest.

Ein konkreter Gesprächseinstieg könnte sein: „Ich möchte gern intim sein, bin aber schnell erschöpft. Welche Möglichkeiten passen zu meiner Situation?“ Es kann helfen, deine Frage vorher aufzuschreiben; Die niederländische Gesundheitswebsite Thuisarts gibt Tipps für dieses Gespräch. Du musst nicht dein ganzes Sexleben schildern, um ein bestimmtes Problem anzusprechen.

Unterstützung kann dir dabei helfen, Raum für deine Wünsche zu schaffen. Das muss nicht bedeuten, öfter Sex zu haben oder eine bestimmte Handlung auszuführen. Klarheit darüber zu gewinnen, was du möchtest und was nicht, ist für sich genommen wertvoll.