Woran erkennst du, ob du eine STI hast?
Meist kannst du nicht selbst feststellen, ob du eine sexuell übertragbare Infektion (STI) hast. Beschwerden können fehlen, und Juckreiz, Schmerzen oder Ausfluss können auch andere Ursachen haben. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegefachkraft beurteilt, welche Untersuchung sinnvoll ist. Das kann ein Test sein; Genitalwarzen lassen sich zum Beispiel oft durch eine Untersuchung der Haut erkennen.
Beschwerden oder eine Nachricht von einer Partnerperson? Erzähl davon
Beschreibe, welche Beschwerden du hast und seit wann. Hast du von einer Partnerperson erfahren, dass sie eine STI hat, nenne die STI und was du sonst noch weiĂźt. So kann die medizinische Fachkraft gezielt nachfragen.
Du kannst zum Beispiel sagen: „Seit Montag tut es beim Wasserlassen weh, und ich möchte wissen, woran das liegt.“ Oder: „Meine Partnerperson hat ein positives Testergebnis bekommen; ich selbst habe keine Beschwerden.“ Du musst dir nicht schon selbst einen Test ausgesucht haben.
Wann ist ein Test sinnvoll?
Das hängt von der Infektion, deinen Beschwerden und dem Kontakt ab. Bei Beschwerden musst du keine Wartezeit abwarten, bevor du dich beraten lässt. Wenn du keine Beschwerden hast, ist nicht automatisch jeder Test nötig. In den Niederlanden testen die Zentren für sexuelle Gesundheit der GGD beispielsweise seit 2025 nicht mehr routinemäßig auf Chlamydien, wenn keine Beschwerden vorliegen. Bei bestimmten Hinweisen von Sexualpartnern und in anderen Situationen kann es Ausnahmen geben.
Wenn ein Test nötig ist, muss der Zeitpunkt so gewählt werden, dass die Infektion nachgewiesen werden kann. Manchmal ist später ein weiterer Test erforderlich. Frag also zuerst, ob eine Untersuchung nötig ist, und danach, wann sie stattfinden sollte. Eine allgemeine Frist für „alle STIs“ hilft dir nur wenig weiter.
Was wird genau untersucht?
Die Untersuchung kann eine Urinprobe, eine Blutprobe oder einen Abstrich umfassen, zum Beispiel aus der Vagina, dem After oder dem Rachen. Ein Urintest sagt nicht automatisch etwas über den Rachen aus. Erzähl deshalb auch von relevantem Oral- oder Analkontakt. Die niederländischen Informationen zu Untersuchungen auf sexuell übertragbare Infektionen zeigen, warum nicht alle dieselbe Untersuchung bekommen.
Frag beim Besprechen des Ergebnisses: „Auf welche Infektionen und an welchen Stellen wurde untersucht?“ Besonders wenn die Beschwerden anhalten, ist das hilfreicher, als dir nur das Wort „negativ“ zu merken.
Datenschutz und das Ergebnis praktisch organisieren
Möchtest du das Gespräch ohne Begleitung führen oder machst du dir Sorgen wegen Nachrichten auf deinem Handy? Sag das vor der Untersuchung. Frag, wie du das Ergebnis erhältst, wer deine Daten einsehen kann und ob Kosten über deine Versicherung abgerechnet werden. Vereinbare auch, wen du anrufst, wenn du nichts hörst.
Im niederländischen Versorgungssystem sind Hausarztpraxis und GGD mögliche Anlaufstellen; nicht alle können sich für einen Test an die GGD wenden. Frag vorher nach den Voraussetzungen. Wenn du möglicherweise vor Kurzem HIV ausgesetzt warst, wende dich sofort an eine örtliche medizinische Anlaufstelle oder den örtlichen Notdienst. Warte dann weder auf einen regulären Testtermin noch auf Beschwerden.