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Eine Affäre beenden: Abschied nehmen und die eigenen Grenzen ernst nehmen

Möchtest du eine Affäre beenden? Mach dir zuerst klar, was du beenden willst und welcher Kontakt danach noch nötig ist. Formuliere deine Entscheidung so, dass sie nicht wie eine vorübergehende Pause klingt, wenn du das nicht meinst. Du musst nicht erst alle Gefühle sortieren oder die andere Person dazu bringen, dir zuzustimmen.

Lege fest, was du beenden willst

Das Wort Affäre kann für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeuten. Frag dich deshalb, was du damit meinst: eine romantische Beziehung, sexuellen Kontakt, heimliche Treffen oder auch Nachrichten und persönliche Gespräche zwischendurch. Überlege dann, wo deine Grenze liegt. Möchtest du gar keinen Kontakt mehr oder muss noch etwas Praktisches geregelt werden?

Du kannst jemanden vermissen und trotzdem entscheiden, dass du nicht weitermachen möchtest. Dieses Gefühl muss deine Botschaft nicht verändern. Wenn deine Entscheidung feststeht, vermeide Worte wie „vielleicht später“, wenn du es nicht wirklich so meinst. Sie können Erwartungen wecken, die nicht zu deiner Entscheidung passen.

Entscheide, wie du es sagst

Ein persönliches Gespräch kann sich passend anfühlen, ist aber keine Pflicht. Du kannst auch anrufen oder eine Nachricht schicken, zum Beispiel wenn ein Treffen nicht möglich ist oder du dich damit nicht wohlfühlst. Wähle eine Form, in der du deine Botschaft klar vermitteln und deine Grenze wahren kannst.

Schreib dir vorher bei Bedarf drei Punkte auf: was du beendest, wie deine Entscheidung lautet und welchen Kontakt du danach möchtest oder nicht möchtest. Kläre praktische Dinge wie die Rückgabe von Gegenständen getrennt vom persönlichen Abschied. So muss ein praktischer Grund für weiteren Kontakt nicht bedeuten, dass die Beziehung weitergeht.

Wähle Worte, die zu deiner Entscheidung passen

Komm gleich zum Kern und übernimm Verantwortung für deine Entscheidung. Eine kurze, ehrliche Erklärung kann respektvoll sein, ohne eine lange Liste von Vorwürfen oder eine Diskussion über jeden einzelnen Grund. Sag nicht, dass die andere Person deine Entscheidung treffen muss, und versprich keine gemeinsame Zukunft, die du nicht möchtest. Zum Beispiel:

  • „Ich beende unsere Beziehung. Ich möchte keinen romantischen oder sexuellen Kontakt mehr.“
  • „Ich habe beschlossen, damit Schluss zu machen. Ich möchte nicht so tun, als wäre es nur eine vorübergehende Pause.“
  • „Ich möchte keinen persönlichen Kontakt mehr. Wenn wir noch etwas Praktisches klären müssen, können wir das per Nachricht tun.“
  • „Wir müssen uns beruflich noch sehen. Deshalb möchte ich unseren Kontakt auf berufliche Themen beschränken.“

Wenn die andere Person um eine weitere Chance oder noch ein Gespräch bittet, kannst du zuhören, ohne deine Entscheidung zu ändern. Eine kurze Wiederholung kann genügen: „Ich verstehe, dass du dir etwas anderes wünschst. Meine Entscheidung bleibt dieselbe.“ Du musst nicht jeden Einwand widerlegen.

Lege genau fest, welcher Kontakt noch nötig ist

Wenn noch Gegenstände, Termine oder gemeinsame Verpflichtungen zu klären sind, entscheide, was dafür nötig ist, und vereinbare es so konkret wie möglich. Denk zum Beispiel an einen vereinbarten Kommunikationsweg und Kontakt, der sich ausschließlich um diese praktische Angelegenheit dreht. Wenn ihr euch weiterhin begegnet, kannst du dir vorher überlegen, wie du kurz und höflich reagierst, ohne wieder ein persönliches Gespräch anzufangen.

Ein fiktives Beispiel: Sam möchte eine heimliche Beziehung beenden und hat noch Gegenstände bei der anderen Person. Sam kann sagen: „Ich beende diese Beziehung. Das ist meine Entscheidung. Ich möchte meine Sachen noch zurück und schlage vor, dass wir dafür eine praktische Vereinbarung treffen. Danach möchte ich keine privaten Nachrichten mehr.“ So wird die Rückgabe der Sachen nicht zu einer offenen Einladung für weitere Treffen.

Denk an deine Sicherheit und andere Beteiligte

Wenn du Druck oder eine unsichere Reaktion befürchtest, musst du dich nicht allein persönlich mit der anderen Person treffen. Sag einem Menschen, dem du vertraust, was los ist, und wähle einen anderen Weg, um deine Entscheidung mitzuteilen. Wenn dir gedroht wird, musst du nicht erst ein perfektes Abschiedsgespräch führen.

Sind andere Partnerinnen oder Partner beteiligt, bleibt deine Verantwortung ihnen gegenüber bestehen, auch wenn die Affäre endet. Überlege, welche Absprachen du verletzt hast und welche Informationen für ihre eigenen Entscheidungen wichtig sind. Erfinde keine gemeinsame Geschichte, um die Situation geheim zu halten, und versprich der anderen Person keine Geheimhaltung auf Kosten einer Partnerin oder eines Partners. Wenn du Gewalt befürchtest, hol dir zuerst passende Hilfe, um die Situation sicher zu bewältigen.

Nach dem Abschied: Vermeide widersprüchliche Signale

Eine Nachricht, um zu fragen, ob es der anderen Person gut geht, ist vielleicht freundlich gemeint, kann aber auch neue Erwartungen wecken. Überlege deshalb, bevor du schreibst, was du tatsächlich anbieten möchtest. Wenn du weder die Beziehung noch eine Freundschaft weiterführen möchtest, passen romantische Erinnerungen, nächtliche Gespräche und neue heimliche Treffen nicht zu dieser Botschaft.

Fällt es dir schwer, nicht zu antworten? Du kannst Benachrichtigungen stummschalten oder deine Gedanken zuerst in eine Notiz schreiben, die du nicht abschickst. Das ist eine praktische Möglichkeit, keine feste Regel und keine Frist, innerhalb derer du jemanden vergessen musst. Schaffe außerdem Raum für alltägliche Verabredungen und Menschen außerhalb der Affäre. Jemanden zu vermissen bedeutet nicht, dass du deine Entscheidung rückgängig machen musst.