Blasenentzündung nach dem Sex: Warum sie wiederkommen kann
Sex kann das Risiko für eine Blasenentzündung erhöhen. Dabei können Bakterien in die Harnröhre gelangen und von dort in die Blase aufsteigen. Das kommt bei Frauen häufiger vor, unter anderem weil ihre Harnröhre kürzer ist. Wenn du nach dem Sex immer wieder Beschwerden bekommst, kannst du mit deiner Arztpraxis besprechen, ob es sich tatsächlich um wiederkehrende Blasenentzündungen handelt und welche Behandlung für dich infrage kommt.
Im Folgenden geht es vor allem um erwachsene Frauen mit wiederkehrenden Beschwerden. Bist du ein Mann und vermutest eine Blasenentzündung, wende dich noch am selben Tag an eine Arztpraxis oder den örtlichen ärztlichen Notdienst. Für Männer gelten andere Behandlungsempfehlungen, wie das niederländische Gesundheitsportal Thuisarts erklärt.
Brennen beim Wasserlassen ist nicht immer eine Blasenentzündung
Bei einer Blasenentzündung tut das Wasserlassen oft weh und du musst häufig nur kleine Mengen Urin lassen. Auch Schmerzen im Unterbauch können auftreten. Eine sexuell übertragbare Infektion kann jedoch ähnliche Beschwerden verursachen. Allein daran, wann du etwas bemerkst, lässt sich das nicht unterscheiden.
Erzähl deshalb, wenn du eine neue Sexualpartnerin oder einen neuen Sexualpartner hast oder dich möglicherweise mit einer sexuell übertragbaren Infektion angesteckt hast. Eine Urinuntersuchung auf eine Blasenentzündung ist nicht dasselbe wie ein gezielter Test auf sexuell übertragbare Infektionen. In der Arztpraxis wird besprochen, welche Untersuchung nötig ist.
Was kannst du rund um den Sex tun?
- Lass nach dem Sex Wasser. Halte den Urin auch sonst nicht unnötig lange zurück.
- Lass dir Zeit. Versuche, entspannt und ohne zu pressen, deine Blase zu entleeren.
- Trink ausreichend. Wenn du aus medizinischen Gründen eine bestimmte Trinkmenge einhalten sollst, richte dich danach und frag bei Unsicherheit nach.
- Sprich über spermienabtötende Mittel. Sie können das Risiko für eine Blasenentzündung erhöhen. Wenn sie Teil deiner Verhütung sind, lass dich zu einer geeigneten Alternative beraten.
Das sind praktische Hinweise aus den Empfehlungen bei wiederkehrenden Blasenentzündungen. Sie bieten keine Garantie dafür, dass keine weitere Entzündung auftritt. Wenn du weiterhin Beschwerden hast, ist das ein Grund, der Sache weiter nachzugehen, und kein Grund, dir selbst Vorwürfe zu machen.
Kannst du Sex haben, wenn du Beschwerden hast?
Fühl dich nicht verpflichtet weiterzumachen, wenn du Schmerzen hast oder ständig Wasser lassen musst. Du kannst einfach sagen: „Ich möchte dir gern nahe sein, aber Sex fühlt sich gerade nicht gut an.“ Gemeinsam etwas zu wählen, das keine Beschwerden verursacht, muss kein großes Gespräch sein.
Ist eine sexuell übertragbare Infektion möglich und wartest du auf ein Testergebnis? Verzichte bis dahin auf Sex oder verwende ein Kondom, entsprechend der Empfehlung von Thuisarts. Eine Blasenentzündung und eine sexuell übertragbare Infektion erfordern nicht automatisch dieselbe Behandlung.
Wann solltest du eine Behandlung besprechen?
Bei drei oder mehr Blasenentzündungen pro Jahr ist es sinnvoll, die wiederkehrenden Beschwerden mit deiner Arztpraxis zu besprechen. Wenn sie eindeutig mit Sex zusammenhängen, kann eine Ärztin oder ein Arzt manchmal Antibiotika verschreiben, die du nach dem Sex einnimmst. Je nach deiner Situation kommen auch andere Vereinbarungen infrage. Das ist ein individueller Behandlungsplan. Fang nicht selbst an, übrig gebliebene Medikamente einzunehmen.
Bei einer einzelnen Blasenentzündung kann eine ansonsten gesunde Frau, die nicht schwanger ist, manchmal zunächst abwarten. In anderen Situationen sind Antibiotika nötig. Wenn dich die Beschwerden stark belasten, besprich die Möglichkeiten: Die Behandlungsinformationen von Thuisarts geben einen Überblick.
Wann solltest du dich noch am selben Tag melden?
Wende dich bei Beschwerden beim Wasserlassen noch am selben Tag an eine Arztpraxis oder den örtlichen ärztlichen Notdienst, wenn du Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen in der Flanke oder ein allgemeines Krankheitsgefühl hast. Warte auch bei einer Schwangerschaft, einem geschwächten Immunsystem, einer Erkrankung der Blase oder Nieren oder einer früheren Nierenbeckenentzündung nicht ab. Wenn nichts davon zutrifft, melde dich an Werktagen, wenn die Beschwerden stark sind, eine sexuell übertragbare Infektion möglich ist oder die Beschwerden länger als eine Woche anhalten. Sieh dir dazu die Empfehlungen an, wann du dich bei Verdacht auf eine Blasenentzündung melden solltest.