Erektionsprobleme: Ursachen, was helfen kann und wie du Hilfe bekommst
Bei Erektionsproblemen wird dein Penis nicht richtig steif oder bleibt nicht steif genug für den Sex, den du möchtest. Das kann einmal vorkommen. Passiert es häufig, belastet es dich oder machst du dir Sorgen, kannst du dich an deine Hausarztpraxis wenden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dich zu unterstützen. Du musst die Ursache nicht erst selbst herausfinden.
Wodurch können Erektionsprobleme entstehen?
Eine Erektion hängt mit Nerven, Blutgefäßen, Hormonen und deinen Gedanken und Gefühlen zusammen. Stress und Unsicherheit können eine Rolle spielen, aber auch zum Beispiel Diabetes, Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, Schmerzen oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Manchmal verstärken sich mehrere Faktoren gegenseitig: Eine körperliche Veränderung kann verunsichern, und die Unsicherheit macht entspannten Sex schwieriger.
Es ist deshalb zu einfach zu sagen, das Ganze sei „nur Kopfsache“ oder ausschließlich körperlich. Dass du manchmal eine Erektion bekommst, ist eine hilfreiche Information, aber keine vollständige Erklärung. Thuisarts beschreibt mögliche Einflussfaktoren.
Nimm den Leistungsdruck aus dem Moment
Wenn dein Penis einmal weniger steif wird, muss das nicht das Ende der Intimität bedeuten. Vereinbart, dass Penetration oder Orgasmus gerade nicht das Ziel sind. Ihr könnt euch gemeinsam für Kuscheln, Streicheln oder etwas anderes entscheiden, das euch gefällt. Du kannst auch einfach aufhören.
Ein Satz wie „Ich möchte dir nah sein, ohne beweisen zu müssen, dass es klappt“ macht deutlich, was du brauchst. Als Partner oder Partnerin kannst du fragen: „Was fühlt sich gerade gut für dich an?“ Das ist oft angenehmer, als immer wieder zu fragen, ob die Erektion schon zurück ist.
Sprich außerdem in einem ruhigen Moment außerhalb des Schlafzimmers über deine Sorgen. Zum Beispiel: „Ich merke, dass ich mir schon vorher Gedanken mache. Ich möchte mir dabei Hilfe holen, aber auch wissen, wie du das erlebst.“
Was kannst du in deiner Hausarztpraxis besprechen?
Erzähl zuerst, was du bemerkst: seit wann, wie oft und in welchen Situationen. Sprich auch über Schmerzen, Veränderungen deiner Lust auf Sex sowie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die du einnimmst. Notiere dir bei Bedarf die Namen auf deinem Handy. So musst du nicht vor Ort versuchen, dich an alle Mittel zu erinnern.
Die Ärztin oder der Arzt bespricht deine körperliche und psychische Gesundheit mit dir und kann dich körperlich untersuchen. Manchmal sind weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Blutuntersuchung. Nicht alle bekommen dieselben Untersuchungen: Die Fragen und Befunde bestimmen, was sinnvoll ist. Das NIDDK erklärt, wie Erektionsprobleme untersucht werden.
Du kannst ein Gespräch so beginnen: „Mein Penis wird in letzter Zeit nicht mehr richtig steif, und das belastet mich.“ Wenn es dir unangenehm ist, kannst du das dazusagen. Du musst es nicht erst perfekt in Worte fassen.
Welche Unterstützung gibt es?
- Lebensstil und Lebensumstände: Bewegung, mit dem Rauchen aufzuhören und auf Stress oder Müdigkeit zu achten, können helfen. Die Wirkung ist von Person zu Person unterschiedlich.
- Beratung: Eine Sexualtherapeutin oder ein Sexualtherapeut beziehungsweise eine Psychologin oder ein Psychologe kann helfen, wenn Anspannung, Sorgen oder sexuelle Muster eine Rolle spielen.
- Medikamente: Potenzmittel können geeignet sein, nachdem dein Gesundheitszustand und deine anderen Medikamente berücksichtigt wurden.
- Hilfsmittel: Manchmal kommen eine medizinisch geeignete Vakuumpumpe oder ein Penisring infrage. Besprich, ob sie für dich geeignet sind und wie du sie sicher anwendest.
Die Behandlungsmöglichkeiten bei Thuisarts können dir helfen, das Gespräch vorzubereiten. Ändere verschriebene Medikamente nicht eigenständig, wenn du vermutest, dass sie deine Erektionen beeinflussen.
Potenzmittel dürfen nicht zusammen mit Nitraten oder Poppers eingenommen werden. Sag deshalb offen, was du verwendest, auch rezeptfreie Mittel. Die Informationen zu Potenzmitteln beschreiben diese Risiken.
Eine Erektion, die nicht nachlässt, ist etwas anderes
Bleibt dein Penis drei bis vier Stunden steif, such sofort medizinische Hilfe. Ruf eine Arztpraxis oder den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst an. Warte bei Schmerzen oder wenn du dir Sorgen machst nicht erst so lange. Es könnte sich um Priapismus handeln. Das muss schnell ärztlich beurteilt werden, auch wenn du keine Potenzmittel eingenommen hast.