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Intergeschlechtlichkeit: Bedeutung und Unterschied zur Geschlechtsidentität

Intergeschlechtlichkeit bezeichnet angeborene Geschlechtsmerkmale, die nicht in die übliche Einteilung in männliche und weibliche Körper passen. Dazu zählen zum Beispiel Chromosomen oder Geschlechtsorgane. Das Wort sagt nicht aus, wie eine Person sich selbst bezeichnet, auf wen sie steht oder was sie in einer Beziehung mag.

Was bedeutet intergeschlechtlich?

Intergeschlechtlichkeit steht nicht für einen bestimmten Körpertyp. Bei Seksediversiteit.nl von NNID steht außerdem die Erfahrung der Menschen im Mittelpunkt: Wie ist es, mit einem Körper geboren zu werden, der nicht den gesellschaftlichen Erwartungen an Männer und Frauen entspricht? In dieser Erklärung geht es bei dem Begriff also auch darum, wie Menschen mit diesen Erwartungen konfrontiert werden.

Diese Unterscheidung ist hilfreich, wenn jemand von sich erzählt. Vielleicht möchte die Person etwas über ihre Erfahrungen mit anderen teilen und gar nicht über körperliche Merkmale sprechen. Du kannst dann auf die Erzählung eingehen, ohne daraus eine Frage zur Anatomie zu machen.

Ist intergeschlechtlich dasselbe wie nichtbinär?

Nein. Nichtbinär bezieht sich auf die Geschlechtsidentität: Eine Person ist nicht ausschließlich ein Mann oder eine Frau. Intergeschlechtlichkeit bezieht sich auf Geschlechtsmerkmale und die damit verbundenen Erfahrungen. Eine intergeschlechtliche Person kann zum Beispiel eine Frau, ein Mann oder nichtbinär sein. OII Germany erklärt diesen Unterschied. Manche Menschen verwenden Intersex auch als Bezeichnung für ihre Identität.

Begriff Um welche Frage geht es?
Geschlechtsmerkmale Welche körperlichen Merkmale hat eine Person?
Geschlechtsidentität Wie erlebt und bezeichnet eine Person das eigene Geschlecht?
Sexuelle Orientierung Zu wem fühlt sich eine Person sexuell hingezogen?

Das sind unterschiedliche Fragen. Verwende eine Antwort auf die eine Frage nicht als Anlass, die Antworten auf die anderen gleich mit anzunehmen. Die Tabelle soll Begriffe erklären und ist kein Fragenkatalog, den du jemandem vorlegen musst.

Wenn dir jemand davon erzählt

Stell dir vor, eine Freundin erzählt dir bei einem Spaziergang, dass sie intergeschlechtlich ist. Du könntest antworten: „Danke, dass du mir das erzählst. Möchtest du mehr darüber erzählen, oder war es dir vor allem wichtig, dass ich es weiß?“ So bleibt Raum für ein Gespräch, ohne dass sie gleich etwas erklären muss.

Wenn sie eine bestimmte Bezeichnung bevorzugt, verwende diese. Falls du merkst, dass du eine unangenehme Frage gestellt hast, halte deine Entschuldigung einfach: „Entschuldige, das war persönlich. Du musst darauf nicht antworten.“ Anschließend kannst du ihr überlassen, worüber ihr weiter sprecht.

Eine persönliche Geschichte ist keine Mitteilung an alle

Ein paar Tage später sitzt du mit derselben Freundin auf einer Geburtstagsfeier. Jemand fängt an, über Intergeschlechtlichkeit zu sprechen. Dass sie dir ihre Geschichte erzählt hat, ist keine Einladung, sie am Tisch als Beispiel zu nennen. Du kannst allgemein über das Thema sprechen, ohne sie einzubeziehen.

Möchtest du eine Erfahrung teilen, weil sie anderen vielleicht helfen könnte? Frag zuerst, ob sie das möchte, was du erzählen darfst und wem gegenüber. Die Zustimmung zu einem Gespräch ist kein Grund, daraus auch einen Beitrag in sozialen Medien zu machen. Das gilt auch für eine gut gemeinte Vorstellung: Du musst niemanden wegen eines persönlichen körperlichen Merkmals vorstellen.