Die Kombinationspille: Wirkung, Anwendung und was zu dir passt
Die Kombinationspille enthält Östrogen und Gestagen. Diese Hormone verhindern vor allem den Eisprung. Du nimmst die Pille täglich und kannst bei manchen Arten selbst planen, wann du eine Blutung bekommst. Das ist praktisch, erfordert aber auch Regelmäßigkeit. Außerdem ist die Pille nicht für alle geeignet.
Wie verhindert die Kombinationspille eine Schwangerschaft?
Die Hormone unterdrücken den Eisprung und machen den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien weniger durchlässig. Die Minipille ist etwas anderes: Sie enthält nur Gestagen, kein Östrogen.
Bei korrekter Anwendung bietet die Kombinationspille guten Schutz. Vergessene Tabletten und andere Anwendungsfehler verringern die Zuverlässigkeit. Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Kondome können zusätzlichen Schutz bieten, auch wenn du die Pille immer pünktlich einnimmst.
Nicht jede Blisterpackung sieht eine Einnahmepause vor
| Einnahmeschema | Wie nimmst du die Tabletten aus der Blisterpackung? | Was bedeutet das im Alltag? |
|---|---|---|
| 21 wirkstoffhaltige Tabletten | Beim üblichen Schema folgt auf 21 Tage Einnahme eine pillenfreie Zeit von 7 Tagen. | Du musst auch daran denken, mit der neuen Blisterpackung zu beginnen. |
| Eine Blisterpackung mit Placebotabletten | Du nimmst täglich eine Tablette; ein Teil davon enthält keine Hormone. | Die Reihenfolge in der Blisterpackung ist weiterhin wichtig. Die Anzahl der Placebotabletten unterscheidet sich je nach Präparat. |
| Durchnehmen nach einem angepassten Schema | Bei bestimmten Pillen können die Pausen kürzer sein, seltener stattfinden oder ganz entfallen. | Stimme das Schema auf deine Pille und deine Vorlieben ab. |
Während einer Einnahmepause oder an Placebotagen bekommst du meist eine Blutung. Das Schema deiner Nachbarin oder einer Freundin muss also nicht zu deinem passen. Bei Mehrphasenpillen ändert sich die Zusammensetzung innerhalb der Blisterpackung; die Tabletten lassen sich daher nicht einfach anders einteilen. Deine Apotheke kann dir sagen, welches Schema für dein Präparat gilt.
Was könnte dir an der Pille gefallen?
Du musst vor dem Sex nichts einführen und kannst die Pille selbst einnehmen. Blutungen werden oft leichter und weniger schmerzhaft. Bei bestimmten Menstruationsbeschwerden oder Akne kann die Pille ebenfalls helfen. Wenn das für dich ein wichtiger Grund ist, erzähl, welche Beschwerden du vor allem lindern möchtest.
Die tägliche Einnahme kann unpraktisch sein, wenn deine Arbeitszeiten wechseln oder du oft außer Haus übernachtest. Ein Implantat oder eine Spirale erfordert weniger tägliche Aufmerksamkeit. Keine dieser Vorlieben ist an sich besser: Eine Methode muss auch in deinen Alltag passen.
Nebenwirkungen: Achte darauf, was du bemerkst
In den ersten Monaten kann es zu leichten Blutungen zwischen den regulären Blutungen kommen. Manche Anwenderinnen berichten von Kopfschmerzen, Übelkeit, empfindlichen Brüsten oder Stimmungsschwankungen. Das heißt nicht, dass diese Beschwerden sicher auftreten oder dass jede Veränderung von der Pille kommt.
Notiere bei Beschwerden kurz, wann sie begonnen haben und wie sehr sie dich beeinträchtigen. Zum Beispiel: „Seit der zweiten Blisterpackung ist mir an mehreren Tagen pro Woche übel.“ Das sagt mehr als nur „Die Pille fühlt sich nicht gut an“. Besprich anhaltende Beschwerden mit deiner Hausarztpraxis oder Apotheke. Bei deutlicher Niedergeschlagenheit oder starker Belastung musst du nicht erst monatelang abwarten.
Wann erfordert Östrogen besondere Aufmerksamkeit?
Die Kombinationspille erhöht das Risiko für ein Blutgerinnsel. Das Risiko bleibt gering, ist aber von Person zu Person unterschiedlich. Sprich vor der Einnahme unter anderem über frühere Thrombosen, Migräne mit Aura, hohen Blutdruck, Brustkrebs und Rauchen. Vor allem wenn du rauchst und 35 Jahre oder älter bist, kann eine andere Methode nötig sein. Auch nach einer Geburt muss der Zeitpunkt für den Beginn gesondert beurteilt werden.
Der Einfluss auf das Krebsrisiko ist nicht bei allen Krebsarten gleich: Die Pille hängt mit einem leicht erhöhten Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs sowie einem geringeren Risiko für unter anderem Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs zusammen. Entscheide dich deshalb nicht allein aufgrund einer allgemeinen Aussage, dass Hormone „gut“ oder „schlecht“ seien. Deine Krankengeschichte spielt eine Rolle.
Ruf sofort eine Arztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst an, wenn ein Bein dick und schmerzhaft ist oder du plötzlich Atemnot oder Schmerzen in der Brust bekommst. Lass solche Beschwerden abklären und schiebe sie nicht auf übliche Anfangsbeschwerden.
Mit der Einnahme beginnen, eine Pille vergessen und aufhören
Informiere dich bei einem neuen Rezept, wann du beginnen sollst und ab wann du geschützt bist. Wenn du Tabletten vergessen hast, erbrichst oder starken Durchfall hast, befolge die Hinweise für dein Präparat. Lass auch von deiner Apotheke prüfen, ob Medikamente oder pflanzliche Mittel Wechselwirkungen verursachen können.
Wenn du aufhören möchtest, aber nicht schwanger werden willst, sorge für einen nahtlosen Wechsel zu einer anderen Verhütungsmethode. Nach dem Absetzen kannst du meist schnell wieder schwanger werden. Du kannst mit deiner Hausarztpraxis besprechen, ob du lieber eine andere Pille ausprobierst oder eine ganz andere Methode wählst.
Weitere Informationen findest du bei Thuisarts zur Kombinationspille und bei Apotheek.nl zur Anwendung und zu Wechselwirkungen.