Schwierigkeiten, als Mann zum Orgasmus zu kommen: Was kann eine Rolle spielen?
Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen, können mit Anspannung, der Art der Stimulation, Medikamenten oder körperlichen Ursachen zusammenhängen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du deinen Partner oder deine Partnerin nicht attraktiv findest. Wenn du eine deutliche Veränderung bemerkst oder darunter leidest, sprich mit deiner Hausarztpraxis. Du musst dich nicht immer wieder selbst testen, um zu beweisen, dass etwas nicht stimmt.
Was genau bleibt aus?
Meinst du, dass es sehr lange dauert, dass das Orgasmusgefühl ausbleibt oder dass du zwar einen Orgasmus hast, aber kein Sperma siehst? Orgasmus und Samenerguss sind unterschiedliche Vorgänge. Anorgasmie bedeutet, dass das Orgasmusgefühl ausbleibt; ein Orgasmus ohne sichtbares Sperma muss anders erklärt werden. Die europäische Leitlinie zu Ejakulation und Orgasmus unterscheidet diese Beschwerden.
Eine Erektion bedeutet nicht, dass der Orgasmus automatisch folgt. Und keinen Orgasmus zu haben bedeutet nicht, dass du nichts gespürt oder genossen hast. Die niederländische Gesundheitsinformation Thuisarts beschreibt die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Orgasmus. Für manche ist ein Orgasmus wichtig, während andere auch ohne zufrieden sind. Deine Belastung und deine Wünsche sind der Ausgangspunkt für ein Gespräch.
Warum klappt es manchmal und manchmal nicht?
Es kann einen Unterschied machen, ob du allein oder mit jemandem zusammen bist, wie viel Ruhe du hast und welche Berührungen sich angenehm anfühlen. Der Druck, „zum Orgasmus kommen zu müssen“, kann im Weg stehen. Unterschiede zwischen Solo Sex und Sex mit einer anderen Person sind hilfreiche Informationen, beweisen aber nicht, dass die Beziehung die Ursache ist.
Auch Diabetes, Nervenschäden, bestimmte Operationen und manche Medikamente können bei Problemen mit dem Samenerguss eine Rolle spielen. Unter anderem können Antidepressiva Einfluss haben. Der NHS erläutert mögliche Ursachen. Das sind Beispiele für ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, keine Liste, mit der du dir selbst eine Diagnose stellst.
Hat es begonnen, nachdem du mit einem Medikament angefangen oder die Dosis geändert hast? Sprich das bei der verschreibenden Ärztin oder dem verschreibenden Arzt an. Setz das Medikament nicht eigenständig ab und lass nicht auf eigene Faust Dosen aus, um zu sehen, ob Sex dann besser klappt.
Mach aus Sex keine Prüfung
Ihr könnt vereinbaren, dass ein Orgasmus diesmal kein Ziel sein muss. Du könntest zum Beispiel sagen: „Das fühlt sich schön an, aber ich merke, dass ich mich damit beschäftige, ob es klappt. Lass uns aufhören, es zu versuchen.“ So entsteht Raum, ehrlich zu sagen, was angenehm ist, ohne zu versprechen, dass das Problem dadurch verschwindet.
Wenn sich eine bestimmte Berührung für dich angenehmer anfühlt, kannst du es sagen: „Mach es bitte etwas langsamer“ oder „So fühlt es sich angenehmer an.“ Du darfst auch eine Pause machen oder aufhören. Für die andere Person ist die Frage „Was fühlt sich gerade gut an?“ oft hilfreicher, als immer wieder zu fragen, wie lange es noch dauert.
Bei anhaltenden Problemen kann eine Beratung helfen, Anspannung, Gewohnheiten und körperliche Faktoren gemeinsam anzuschauen. Eine Sexualtherapeutin oder ein Sexualtherapeut kann dich dabei unterstützen; manchmal ist zunächst eine medizinische Untersuchung nötig.
Was kannst du in der Hausarztpraxis ansprechen?
Erzähl, wann es angefangen hat, ob es in allen Situationen vorkommt und ob du einen Orgasmus spürst. Sprich Veränderungen bei Medikamenten, deiner Gesundheit und dem Gefühl im Penis an. Erwähne auch Schmerzen oder einen Kinderwunsch. Die Ärztin oder der Arzt kann mit dir besprechen, was weiter untersucht werden sollte.
Du könntest anfangen mit: „Seit ein paar Monaten komme ich kaum noch zum Orgasmus. Allein klappt es manchmal noch, mit meiner Partnerin oder meinem Partner nicht. Ich möchte gern besprechen, was dabei eine Rolle spielen könnte.“ Die niederländische Gesundheitsinformation zu sexuellen Beschwerden verweist ebenfalls auf die Hausarztpraxis. In Deutschland kannst du dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt wenden. Du musst nicht warten, bis die Situation für euch beide unerträglich wird.