Sexsomnie: sexuelles Verhalten im Schlaf
Sexsomnie ist eine Schlafstörung, bei der eine Person im Schlaf sexuelles Verhalten zeigt, etwa Berührungen oder Masturbation. In diesem Moment ist sie sich dessen nicht bewusst und kann sich später nicht daran erinnern. Sexsomnie gehört zu den Parasomnien: ungewöhnlichem Verhalten im Schlaf, zu dem auch Schlafwandeln zählt.
Woran lässt sich Sexsomnie erkennen?
Manchmal erzählt ein Partner oder eine Partnerin am nächsten Morgen, was passiert ist. Während einer Episode kann eine Person wach wirken, obwohl sie nicht bewusst handelt. Sich nicht daran zu erinnern, ist für sich genommen jedoch kein Beweis dafür, dass ein bestimmtes Ereignis auf Sexsomnie zurückzuführen war.
Beschreibe deshalb, was tatsächlich beobachtet oder gehört wurde. Zum Beispiel: „Du hast mich berührt und nicht so reagiert, wie du es normalerweise tust.“ Das ist hilfreicher, als sofort eine Erklärung festzulegen. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt das Schlafverhalten und mögliche andere Erklärungen.
Welche Faktoren können eine Rolle spielen?
Die Ursache ist nicht immer klar. Schlafmangel, Alkohol und andere Schlafstörungen können eine Rolle spielen. Auch Medikamente gehören zu den Informationen, die du mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen solltest. Damit ist aber noch nicht geklärt, warum es bei dir passiert.
Es gibt keine Schlaftablette oder andere Behandlung, die du aufgrund dieser Beschreibung selbst auswählen kannst. Die Behandlung hängt davon ab, was tatsächlich vorliegt, zum Beispiel, ob zusätzlich eine andere Schlafstörung besteht.
Sicherheit geht vor einer Erklärung
Wenn es zu unerwünschtem Kontakt gekommen ist oder sich jemand unsicher fühlt, sollte das sofort ernst genommen werden. Eine mögliche Schlafstörung macht die Folgen für die andere Person nicht weniger wichtig. Du musst keine weitere Episode abwarten, bevor du für Abstand oder Hilfe sorgst.
Vorübergehend in getrennten Zimmern zu schlafen, kann eine praktische Maßnahme sein, während du dich um eine Abklärung bemühst. Du könntest sagen: „Ich möchte zuerst wieder sicher schlafen können. Wir suchen Hilfe, um zu verstehen, was passiert.“ Niemand muss im selben Bett bleiben, um zu beobachten, ob es noch einmal vorkommt.
Wo kannst du mit der Suche nach Hilfe beginnen?
Vereinbare einen Termin in deiner Hausarztpraxis. Dort kann beurteilt werden, ob eine weiterführende schlafmedizinische Versorgung nötig ist. Bei ungewöhnlichem Schlafverhalten können ein Gespräch und manchmal auch zusätzliche Schlafuntersuchungen dabei helfen, die Ursache abzuklären. SEIN beschreibt den Versorgungsweg in den Niederlanden.
Notiere das Datum, eine kurze Beschreibung und mögliche Veränderungen beim Schlaf oder beim Konsum von Substanzen und bring diese Angaben mit. Ein Partner oder eine Partnerin kann Beobachtungen schildern, wenn die Person das möchte. Du kannst auch zunächst allein sprechen. Ziel ist, sowohl Schlafprobleme als auch die Sicherheit aller Beteiligten ernsthaft abklären zu lassen.