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Sexuelle Enthaltsamkeit: Bedeutung und Unterschied zur Asexualität

Sexuelle Enthaltsamkeit bedeutet, dass jemand für einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum auf Sex verzichtet. Was jemand genau unter Sex versteht, kann unterschiedlich sein. Der Begriff sagt für sich genommen nichts über die sexuelle Orientierung einer Person aus. Asexualität bezieht sich auf sexuelle Anziehung, nicht auf die Entscheidung, Sex zu haben oder nicht.

Enthaltsamkeit, Zölibat und Asexualität

Begriff Bedeutung
Sexuelle Enthaltsamkeit Auf Sex verzichten, vorübergehend oder ohne festgelegtes Enddatum. Sprecht darüber, welche Aktivitäten damit gemeint sind.
Zölibat Im religiösen Zusammenhang die Verpflichtung, unverheiratet und sexuell enthaltsam zu leben.
Asexualität Keine oder nur wenig sexuelle Anziehung empfinden. Das sagt nicht aus, ob jemand Sex hat.

Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Dinge: ein Verhalten, eine Lebensregel und eine sexuelle Orientierung. Eine Definition von Enthaltsamkeit findest du bei Planned Parenthood; Duden beschreibt die religiöse Bedeutung von Zölibat. NOA erklärt den Unterschied zwischen Asexualität und sexuellem Verhalten.

Das eine schließt das andere nicht aus. Eine asexuelle Person kann Sex haben oder darauf verzichten. Umgekehrt sagt eine Zeit ohne Sex nicht aus, ob jemand asexuell ist.

Was lässt sich aus Enthaltsamkeit nicht ableiten?

Die Entscheidung verrät für sich genommen nicht, warum jemand keinen Sex hat, wie lange diese Entscheidung gilt oder was die Person später möchte. Sie gibt auch nicht automatisch Aufschluss über frühere Erfahrungen, eine Beziehung oder Zufriedenheit. Unterstelle einer Person solche Dinge lieber nicht.

Außerdem können die Begriffe für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeuten. Für die eine Person heißt Enthaltsamkeit, keinen Sex mit einer Partnerperson zu haben; eine andere zieht eine andere Grenze. Wenn es für euer Gespräch wichtig ist, kannst du fragen, was der Begriff für diese Person bedeutet. Wenn es nicht nötig ist, musst du der Person kein Label geben.

So sprichst du respektvoll darüber

Wenn du die Information brauchst, um eine Vereinbarung oder Grenze zu verstehen, stell eine offene Frage. Zum Beispiel:

  • „Was bedeutet sexuelle Enthaltsamkeit für dich?“
  • „Meinst du mit Zölibat etwas Persönliches oder verwendest du den Begriff im Zusammenhang mit einer bestimmten Überzeugung?“
  • „Gibt es Grenzen oder Vereinbarungen, die ich beachten sollte?“

Du kannst dazusagen, dass die Person nicht antworten muss. In einer Beziehung können beide Personen darüber sprechen, was jede Person möchte oder nicht möchte und welche Erwartungen sie hat, ohne dass jemand einen persönlichen Grund erklären muss.

Eine Vereinbarung ist kein Countdown

Angenommen, Elise sagt, dass sie einen Monat lang keinen Sex möchte. Ihr Partner fragt, ob Kuscheln für sie trotzdem angenehm ist. Das ist eine konkrete Frage, auf die Elise mit Ja oder Nein antworten kann, ohne ihre Entscheidung ausführlich begründen zu müssen.

Nach diesem Monat entsteht keine Verpflichtung, wieder Sex zu haben. Sie können erneut darüber sprechen, was jede Person möchte. Auch frühere Vereinbarungen ersetzen nicht die Zustimmung im jeweiligen Moment. „Wir hatten doch vereinbart, dass es jetzt wieder okay ist?“ ist kein Grund, eine neue Grenze zu überschreiten.

Ihr könnt vorab etwas Einfaches vereinbaren: „Wir sprechen in einem Monat noch einmal darüber, aber das Datum sagt nichts darüber aus, was wir dann tun werden.“ So gibt es einen Zeitpunkt, um wieder darüber zu sprechen, ohne dass er zur Frist wird.