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Stonewalling: Bedeutung und Unterschied zu einer Gesprächspause

Stonewalling bezeichnet den Rückzug aus einer Interaktion während eines Konflikts, zum Beispiel, indem jemand nicht mehr reagiert oder das Gespräch abbricht. Der Begriff beschreibt, was im Gespräch geschieht; er beweist nicht, warum jemand verstummt. Schweigen allein sagt also nicht, ob jemand Zeit braucht, nicht weiß, was er oder sie sagen soll oder bewusst keinen Kontakt möchte.

Was bedeutet Stonewalling?

In der Beziehungsberatung wird Stonewalling für den Rückzug oder das Abblocken während eines Gesprächs über einen Konflikt verwendet. Es kann sich durch Schweigen, abgewandte Aufmerksamkeit oder knappe Antworten zeigen. Der Begriff wird unter anderem im Modell der vier Konfliktmuster des Gottman Institute verwendet. Das ist ein begrifflicher Rahmen, aber keine Möglichkeit, anhand eines einzelnen Gesprächs den inneren Zustand einer Person festzustellen.

Achte deshalb zuerst darauf, was du konkret beobachten kannst: Bricht das Gespräch plötzlich ab, bleibt eine Frage unbeantwortet oder wird ein Thema wiederholt vermieden? Unterscheide anschließend zwischen deiner Beobachtung und deiner Interpretation. „Du hast nicht geantwortet, als ich gefragt habe, ob wir weiterreden“ beschreibt einen Moment. „Du willst mich bestrafen“ unterstellt eine Absicht, die sich nicht allein aus dem Schweigen ableiten lässt.

Stonewalling, eine Gesprächspause und Silent Treatment

Eine Pause anzukündigen ist etwas anderes, als jemanden ohne Erklärung weiterreden zu lassen und selbst nicht mehr zu reagieren. Der folgende Vergleich verdeutlicht die Begriffe; er ist kein Test, mit dem du feststellen kannst, was dein Gegenüber denkt.

Begriff Was damit gemeint ist Ein konkretes Beispiel
Stonewalling Sich aus einem Konfliktgespräch zurückziehen oder es abblocken. Nach einer schwierigen Frage reagiert jemand nicht mehr und richtet die ganze Aufmerksamkeit auf etwas anderes.
Vereinbarte Gesprächspause Die Unterbrechung ankündigen und besprechen, wie ihr später zum Thema zurückkehrt. „Ich kann gerade nicht richtig zuhören. Können wir heute Abend nach dem Essen weiterreden?“
Silent Treatment (bewusstes Ignorieren) Jemanden absichtlich ignorieren, zum Beispiel als Strafe. Im Alltag werden die Begriffe manchmal synonym verwendet. Jemand sagt, er oder sie wolle erst wieder reden, wenn das Gegenüber nachgibt.

Das Gottman Institute unterscheidet zwischen Rückzug und bewusstem Ignorieren, beschreibt aber auch, wie schwer der Unterschied von außen zu erkennen sein kann. Du musst keine Absicht beweisen, um zu sagen, dass dich etwas verletzt.

Wie kannst du es ansprechen?

Wenn es sich für dich sicher und passend anfühlt, sprich das Thema in einem ruhigeren Moment an. Ein konkretes Beispiel und eine offene Frage lassen Raum für mehr als eine Erklärung:

  • „Als wir gestern über das Thema gesprochen haben, ist das Gespräch abgebrochen und ich wusste nicht, ob du später weiterreden möchtest. Wie hast du das erlebt?“
  • „Mir fällt auf, dass wir manchmal nicht mehr antworten, wenn ein Gespräch schwierig wird. Wollen wir überlegen, wie wir sagen können, dass wir eine Pause brauchen?“
  • „Wenn du jetzt aufhören möchtest, kannst du mir sagen, ob und wann du wieder über das Thema sprechen möchtest?“

Du kannst auch deine eigene Erfahrung beschreiben: „Wenn wir aufhören, ohne zu besprechen, ob wir darauf zurückkommen, weiß ich nicht, wie wir das lösen sollen.“ So sagst du, wie es sich auf dich auswirkt, ohne der anderen Person eine Absicht zu unterstellen.

Eine Auszeit bedeutet nicht, so zu tun, als gäbe es das Thema nicht. Ihr könnt vereinbaren, wie du oder dein Gegenüber ankündigt, eine Pause zu machen, und wann ihr wieder Kontakt aufnehmt. Eine Vereinbarung kann helfen, das Gespräch wieder aufzunehmen, aber es gibt keine feste Dauer, die für alle passt. Das Gottman Institute beschreibt eine Pause als mögliche Unterbrechung eines Konfliktgesprächs, wenn sich jemand überfordert fühlt; das erklärt nicht automatisch, was in einer bestimmten Situation los ist.

Achte auf den Verlauf, nicht nur auf einmaliges Schweigen

Ein einzelner stiller Moment sagt wenig über eine Beziehung oder den Grund für das Verhalten einer Person aus. Hilfreicher kann es sein, darauf zu achten, ob es öfter vorkommt, ob später Raum für ein weiteres Gespräch entsteht und ob ihr beide sagen könnt, was ihr braucht. Wenn ein wichtiges Thema immer wieder unausgesprochen bleibt, darfst du sagen, dass du nach einer Möglichkeit suchen möchtest, gemeinsam darauf zurückzukommen.

Du musst dafür nicht das Wort Stonewalling verwenden. „Ich möchte dich nicht zwingen, jetzt zu reden, aber ich möchte wissen, ob wir später darauf zurückkommen“ ist eine konkrete Frage dazu, was jetzt gebraucht wird.

Wenn du selbst merkst, dass du dichtmachst

Du musst nicht sofort das ganze Problem lösen. Eine kurze Nachricht kann bereits klarer sein, als dich aus dem Gespräch zurückzuziehen: „Ich höre deine Frage, aber mir fehlen gerade die Worte. Ich möchte später darauf zurückkommen.“ Sag nur einen Zeitpunkt zu, den du auch einhalten möchtest.

Merkst du, dass du über das Thema eigentlich gar nicht weiterreden möchtest? Dann sag das ehrlich. „Ich möchte nicht mit dir zusammenziehen“ ist eine andere Antwort, als das Thema immer wieder aufzuschieben. Ihr müsst nicht dasselbe wollen, aber endlos auf eine Antwort zu warten ist auch keine gemeinsame Entscheidung.

Du musst nicht immer wieder alles erklären

Wenn ein wichtiges Gespräch immer wieder abgebrochen wird, kannst du benennen, was das für deine eigene Entscheidung bedeutet: „Solange ich dazu keine Klarheit habe, möchte ich noch keinen Mietvertrag unterschreiben.“ Damit entscheidest du, was du selbst tust, ohne ein Gespräch zu erzwingen.

Bei Angst oder Bedrohung musst du kein weiteres Gespräch suchen. Für Beratung zu häuslicher Gewalt kannst du in den Niederlanden Veilig Thuis unter 0800 2000 anrufen. Bei unmittelbarer Gefahr ruf 112 an.