Vaginismus: unwillkürliche Anspannung bei der Penetration
Bei Vaginismus spannen sich die Muskeln rund um die Vagina bei einem Versuch der Penetration unwillkürlich an. Das kann das Einführen erschweren oder schmerzhaft machen, zum Beispiel bei einem Tampon, beim Sex oder bei einer Untersuchung. Es ist keine bewusste Ablehnung und keine Frage des „Entspann dich einfach mal“. Du kannst dir dabei helfen lassen.
Vaginismus kann auch auftreten, wenn Penetration früher kein Problem war. Außerdem bedeutet Vaginismus nicht automatisch, dass du bei anderen Formen von Intimität kein Verlangen oder keine Lust empfinden kannst. Die Erklärung des NHS zu Vaginismus beschreibt diesen Unterschied.
Nicht jeder Schmerz bei der Penetration ist Vaginismus
Schmerzen können auch mit einem Hautproblem, einer Entzündung oder Veränderungen rund um die Wechseljahre zusammenhängen. Manchmal spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Du musst dich also nicht erst selbst zwischen „körperlich“ und „psychisch“ entscheiden, bevor du dir Hilfe holst.
Nach einer schmerzhaften Erfahrung kannst du Angst davor bekommen, dass es wieder passiert. Dadurch kann sich der Beckenboden unwillkürlich anspannen, obwohl du dir wünschst, dass es sich gut anfühlt. Das bedeutet nicht, dass du dir den Schmerz einbildest. In den Informationen des niederländischen Gesundheitsportals Thuisarts zu Schmerzen beim Sex wird erklärt, wie sich Schmerzen, Angst und Muskelanspannung gegenseitig beeinflussen können.
Was kannst du jetzt tun?
Erzwinge keine Penetration, die schmerzt. Wenn du möchtest, kannst du Intimität wählen, bei der nichts in die Vagina eingeführt wird. Aber auch das ist keine Vorgabe: Du darfst eine Pause machen, ohne sofort eine Alternative finden zu müssen.
Eine klare Absprache mit einer Partnerperson kann helfen: „Wenn ich Stopp sage, hören wir sofort auf. Wir müssen es nicht immer wieder versuchen, um zu sehen, ob es jetzt klappt.“ So wird jeder schöne Moment nicht zu einem neuen Test. Eine Partnerperson muss das Problem nicht lösen, kann dir aber zuhören und deine Grenzen respektieren.
Wie kannst du das beim Hausarzt ansprechen?
Du könntest zum Beispiel sagen: „Meine Muskeln spannen sich von selbst an, wenn ich versuche, etwas einzuführen. Es tut weh oder es klappt nicht. Ich möchte gern wissen, welche Hilfe möglich ist.“ Erzähl auch, ob es früher anders war und ob du Juckreiz, Hautbeschwerden oder Schmerzen außerhalb dieser Situationen hast.
Der Hausarzt kann eine Untersuchung vorschlagen, um andere Ursachen abzuklären. Frag vorher, was die Untersuchung umfasst. Du kannst sagen, dass du etwas nicht möchtest, und die Untersuchung jederzeit abbrechen. Ein Gespräch bedeutet also nicht, dass du jedem nächsten Schritt zustimmst.
Welche Behandlung ist möglich?
Die Behandlung kann Gespräche mit einer spezialisierten Therapeutin oder einem spezialisierten Therapeuten, Entspannungsübungen sowie das Erkennen und Loslassen der Anspannung im Beckenboden umfassen. Manchmal gehören Vaginaltrainer dazu, mit denen du dich unter Begleitung schrittweise an das Einführen gewöhnst. Das ist kein Grund, ohne Plan allein gegen den Schmerz anzutrainieren.
Die Behandlung beginnt mit Begleitung; Übungen für zu Hause werden darauf abgestimmt. Wenn du möchtest, kannst du eine Partnerperson einbeziehen. Sprich über deine eigenen Ziele: weniger Angst vor einer Untersuchung zu haben, einen Tampon verwenden zu können oder wieder angenehmen Sex zu haben, sind unterschiedliche Wünsche.
Du musst nicht warten, bis du genau weißt, welche Bezeichnung zu deinen Beschwerden passt. Wenn Schmerzen oder Schwierigkeiten bei der Penetration wiederkehren, vereinbare einen Termin. Frag nach, was ein vorgeschlagener Schritt beinhaltet und wie ihr gemeinsam beurteilt, ob er dir hilft.