Vaginoplastik: Was ändert sich bei dieser Operation?
Bei einer Vaginoplastik wird eine Vagina gebildet oder wiederhergestellt. Gründe dafür können zum Beispiel eine geschlechtsangleichende Behandlung, eine angeborene Situation oder die Wiederherstellung nach einer medizinischen Behandlung sein. Deshalb bezeichnet der Begriff nicht für alle dieselbe Operation.
Vagina und Vulva sind nicht dasselbe
Die Vagina ist der innere Kanal; die Vulva ist der äußere Genitalbereich. Eine Operation an den Schamlippen ist also nicht automatisch eine Vaginoplastik. Auch die Ankündigung einer „vaginalen Verjüngung“ sagt wenig darüber aus, was tatsächlich gemacht wird.
Lass dir vom Chirurgen anhand einer Zeichnung zeigen, welches Gewebe verändert wird. So wird klar, ob es um eine Vaginalhöhle, den äußeren Bereich oder beides geht. Du musst die medizinischen Begriffe dafür nicht schon kennen.
Ein Beispiel aus der geschlechtsangleichenden Versorgung
Bei einer Vaginoplastik im Rahmen der geschlechtsangleichenden Versorgung kann körpereigenes Genitalgewebe verwendet werden, um eine Vagina zu bilden. Je nach Situation kommen auch Hauttransplantate oder Darmgewebe zum Einsatz. Das sind unterschiedliche Techniken. Welche davon am besten geeignet ist, lässt sich nicht allein anhand einer kurzen Beschreibung entscheiden.
Bei dem Eingriff, bei dem die Hoden entfernt werden, hat das dauerhafte Folgen für die Fruchtbarkeit. Besprich deshalb vor der Operation einen möglichen Kinderwunsch und Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit zu erhalten. Welche Technik und Abwägungen für dich relevant sind, solltest du mit deinem Behandlungsteam besprechen.
Zur Genesung gehört auch die Nachsorge zu Hause
Nach dem Bilden einer Vaginalhöhle kann eine Dilatation nötig sein: Dabei wird der vaginale Hohlraum mit einem Dilator erhalten. Der Zeitplan und die Pflege hängen von der Operation ab. Folge dabei den Anweisungen deiner eigenen Klinik und nicht einem Zeitplan, den jemand anderes online teilt.
Plane diese Nachsorge rechtzeitig und ganz praktisch. Wer hilft dir zu Hause? Wie lässt sich die Pflege mit der Arbeit vereinbaren? Und welche Nummer rufst du bei unerwarteten Beschwerden an? Frag auch, wann du wieder Sport treiben und Sex haben kannst. Eine allgemeingültige Genesungszeit reicht dafür nicht aus.
Drei Fragen, die ĂĽber das Aussehen hinausgehen
- Welche Veränderungen des Gefühls und der Funktion sind möglich, und welches Ergebnis lässt sich nicht versprechen?
- Welche Risiken sind mit meinem Eingriff verbunden und welche Alternativen gibt es?
- Was wird die Nachsorge kurz und langfristig von mir verlangen?
Schreib deinen wichtigsten Wunsch und deinen größten Zweifel auf. Du könntest zum Beispiel sagen: „Ich möchte verstehen, was diese Operation für meinen Alltag bedeutet, bevor ich mich entscheide.“ Ein erstes Gespräch muss noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung führen.