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Vulvaformen: Welche Unterschiede sind normal?

Vulven können ganz unterschiedlich aussehen. Die inneren Schamlippen können sichtbar sein oder eher verborgen liegen, die linke und rechte Seite können sich unterscheiden und die Haut hat nicht bei allen dieselbe Farbe. All diese Merkmale machen dein individuelles Aussehen aus. Du musst nicht in eine feste Kategorie passen.

Welche Unterschiede kannst du sehen?

Wenn du nach „Vulvaformen“ suchst, geht es meistens um die Form der Schamlippen. Das sind Beispiele für natürliche Unterschiede, keine Bezeichnungen für Erkrankungen.

Merkmal Mögliche Unterschiede
Innere Schamlippen Sie können innerhalb der äußeren Schamlippen liegen oder über sie hinausragen.
Linke und rechte Seite Eine Schamlippe kann länger sein als die andere.
Ränder Sie können glatter verlaufen oder stärker gefaltet sein.
Hautfarbe Sie kann sich von der umliegenden Haut unterscheiden.
Klitorisvorhaut Sie kann die sichtbare Spitze stärker oder weniger stark bedecken.

Die Aufklärungsbroschüre der britischen Fachgesellschaft BritSPAG zeigt, wie groß diese Vielfalt ist. Ein Merkmal muss nicht mit einem anderen zusammenhängen: Ungleich große Schamlippen sagen zum Beispiel nichts darüber aus, wie viel die Klitorisvorhaut bedeckt.

„Innere“ bedeutet nicht kleiner

Die Begriffe „kleine“ und „große“ Schamlippen können verwirrend sein, wenn die inneren weiter hervortreten. „Innere“ und „äußere“ sind eindeutigere Bezeichnungen: Sie beschreiben die Lage. Es kommt vor, dass die inneren Schamlippen unterschiedlich groß sind. Dein Körper muss links und rechts kein Spiegelbild sein.

Die Vulva ist der äußere Bereich; die Vagina liegt im Körperinneren. Wenn von verschiedenen „Vaginaformen“ die Rede ist, ist in solchen Listen oft die Vulva gemeint. Wenn du deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt eine Frage stellst, kannst du einfach sagen, welchen Teil du meinst.

Der Vergleich mit Bildern hilft nur bedingt

„Meine Vulva sieht nicht aus wie auf diesem Foto“ und „Ich habe seit Kurzem eine schmerzende Stelle“ sind zwei unterschiedliche Anliegen. Beim ersten geht es um einen Vergleich, beim zweiten um eine Veränderung oder Beschwerden. Du musst deinem Aussehen nicht erst einen Namen geben, bevor du darüber sprichst.

Du könntest zum Beispiel sagen: „Meine eine Schamlippe steht weiter hervor. Ich habe keine Schmerzen, mache mir aber Sorgen, wie das aussieht.“ So wird gleich klar, was dich beschäftigt, ohne dass du selbst eine Diagnose stellen musst.

Wann solltest du etwas untersuchen lassen?

Wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, wenn du eine neue Veränderung bemerkst, die dir Sorgen macht, zum Beispiel ein Knötchen oder eine schmerzende Stelle. Auch Wunden, anhaltender Juckreiz oder Schmerzen solltest du abklären lassen. Der britische Dienst für sexuelle Gesundheit von St Helens unterscheidet ebenfalls zwischen individuellen körperlichen Unterschieden und Veränderungen, die du mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen kannst.

Notiere dir, wo du etwas bemerkst, seit wann es da ist und ob es sich verändert. „Es sieht anders aus als im Internet“ führt zu einem anderen Gespräch als „Diese Stelle ist neu und tut weh“.