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Wie gut schützen Kondome vor sexuell übertragbaren Infektionen?

Ein Kondom senkt das Risiko für viele sexuell übertragbare Infektionen, schließt eine Infektion aber nicht vollständig aus. Es bildet an der Stelle eine Barriere, an der du es trägst. Kontakt mit unbedeckter Haut kann bei manchen Infektionen weiterhin ein Risiko sein. Das macht Kondome nicht wirkungslos: Die richtige Anwendung bleibt eine wichtige Schutzmaßnahme.

Warum ist der Schutz nicht vollständig?

Ein Kondom verhindert den direkten Kontakt zwischen dem bedeckten Penis und Mund, Vagina oder Anus. Es bedeckt aber nicht die gesamte Haut im Genitalbereich. Manche Infektionen können auch über diese unbedeckten Stellen übertragen werden. Die Informationen zu Kondomen und Übertragungswegen machen diesen Unterschied deutlich.

Auch die Anwendung spielt eine Rolle. Ein Kondom erst spät überzuziehen, es wiederzuverwenden oder es beim Öffnen zu beschädigen, kann den Schutz verringern. Ein einzelner Schutzwert für alle sexuell übertragbaren Infektionen sagt deshalb wenig über eine konkrete Situation aus.

Kannst du eine Infektion haben, ohne Beschwerden zu bemerken?

Ja. Du kannst eine Infektion haben und weitergeben, ohne etwas davon zu bemerken. Umgekehrt beweisen Beschwerden nicht automatisch, dass du eine Infektion hast. Brennen beim Wasserlassen, ungewöhnlicher Ausfluss, Bläschen oder Wunden sind aber Gründe, dich an eine Hausarztpraxis oder eine örtliche ärztliche Beratungsstelle zu wenden. Auch dann, wenn du ein Kondom benutzt hast. Mehr zu Beschwerden und dazu, wann du anrufen solltest.

Gerissen oder abgerutscht: Was kannst du jetzt tun?

Hör auf und nimm ein neues Kondom, wenn ihr weitermachen möchtet. Ein Riss bedeutet nicht automatisch, dass eine Infektion übertragen wurde. Besprich aber mit einer Hausarztpraxis oder einer örtlichen ärztlichen Beratungsstelle, ob eine Untersuchung nötig ist. Wenn eine Schwangerschaft möglich ist, hol dir außerdem rechtzeitig Rat zur Notfallverhütung. Das ist eine eigene Frage, unabhängig vom Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Hattest du möglicherweise ungeschützten Kontakt mit einer Person, die HIV oder Hepatitis B hat? Ruf sofort eine Hausarztpraxis, den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst oder eine Notaufnahme an. Warte nicht auf Beschwerden oder einen regulären Testtermin. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt, ob eine Notfallbehandlung nötig ist.

Wann ist ein Test sinnvoll?

Beschwerden, die Nachricht einer Person, mit der du Sex hattest, dass sie eine sexuell übertragbare Infektion hat, oder ein kaputtes Kondom sind Gründe, dich nach einem Test beraten zu lassen. Wann getestet werden sollte, hängt von der Infektion und dem verwendeten Test ab. Ein negatives Ergebnis bei einem zu frühen Test kann eine Infektion übersehen.

Erzähl beim Termin, wann der Kontakt stattgefunden hat, um welche Art von Kontakt es ging und ob du Beschwerden hast. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegefachkraft kann dann beurteilen, welche Körperstellen und Infektionen untersucht werden sollten. Frag auch, ob ein späterer erneuter Test nötig ist. In den Niederlanden kann nicht jede Person eine GGD aufsuchen. Informiere dich dort bei der zuständigen GGD oder wende dich an eine Hausarztpraxis. In Deutschland kannst du dich an eine örtliche Arztpraxis wenden. Lies, wie die passende Untersuchung ausgewählt wird.

Was hilft bei der richtigen Anwendung eines Kondoms?

  • Prüfe das Haltbarkeitsdatum und öffne die Verpackung ohne Zähne oder scharfe Gegenstände.
  • Zieh das Kondom über, bevor der Penis Mund, Vagina oder Anus berührt. Verwende es nur einmal.
  • Verwende ein geeignetes Gleitmittel. Öl und Vaseline können Latex beschädigen.
  • Halte den Rand beim Herausziehen fest, bevor der Penis wieder schlaff wird.

Die vollständige Anleitung findest du in den Anwendungshinweisen für Kondome.

Die Pille verändert nichts am Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen

Die Pille soll eine Schwangerschaft verhindern und schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Eine Absprache über Verhütung beantwortet also nicht automatisch die Frage, wie ihr euch vor Infektionen schützen möchtet. Liebesleben unterscheidet zwischen Verhütung und Infektionsschutz.