Nicht kategorisiert

Nichtmonogamie: Unterschied zwischen offener Beziehung, Polyamorie und Swingen

Konsensuelle Nichtmonogamie bedeutet, dass alle Beteiligten von der Möglichkeit mehrerer intimer, sexueller oder romantischer Kontakte wissen und damit einverstanden sind. Eine offene Beziehung, Polyamorie und Swingen sind unterschiedliche Möglichkeiten, das zu gestalten. Das Wort „konsensuell“ ist entscheidend: Heimlich Absprachen zu brechen, wird nicht dadurch zu einer offenen Beziehung, dass jemand es so nennt.

Offene Beziehung, Polyamorie und Swingen

Form Typischer Schwerpunkt Eine Frage, die den Unterschied macht
Offene Beziehung Kontakte außerhalb einer bestehenden Beziehung sind möglich, oft mit Schwerpunkt auf Sex. Sind auch Dates möglich oder geht es bei der Absprache nur um sexuelle Kontakte?
Polyamorie Mehrere romantische Beziehungen sind möglich. Welche Erwartungen gibt es in Bezug auf Zeit, Verbindlichkeit und wichtige gemeinsame Momente?
Swingen Sexuelle Kontakte mit anderen, oft als gemeinsames Erlebnis eines Paares. Wollt ihr nur gemeinsam teilnehmen, und wie macht jede Person ihre eigenen Grenzen deutlich?

Die Begriffe können sich überschneiden. Frag deshalb nach, was jemand genau damit meint. „Wir führen eine offene Beziehung“ sagt noch nicht, welche Kontakte möglich sind, wer worüber Bescheid weiß oder wie jemand seine Zeit aufteilt.

Besprecht eure WĂĽnsche, bevor ihr Absprachen trefft

Beginne damit, was du selbst erkunden möchtest: „Ich bin neugierig darauf, andere zu daten, weiß aber noch nicht, welche Form zu mir passt.“ Das ist klarer, als gleich zu fragen, ob ihr von nun an „offen“ sein wollt.

Die andere Person muss nicht sofort antworten oder mitmachen wollen. Zweifel sind keine Zustimmung. Es kann auch sein, dass ihr unterschiedliche WĂĽnsche habt. Eine Beziehungsform ist keine gemeinsame Entscheidung, wenn eine Person nur aus Angst zustimmt, die andere zu verlieren.

Vier Themen, die ihr konkret besprechen solltet

  • Zeit: Welche Verabredungen bleiben bestehen, wenn ein neues Date dazukommt? Denkt auch an Sorgeaufgaben, Erholung und bestehende Pläne.
  • Informationen: Was möchtest du vorher wissen und was bleibt privat? Teile keine persönlichen Details ĂĽber eine andere Partnerperson ohne deren Zustimmung.
  • Sexuelle Gesundheit: Sprecht ĂĽber Schutz, Tests und darĂĽber, was ihr einander mitteilt, wenn sich Absprachen ändern. Lass dich bei Bedarf passend in einer Arztpraxis oder einer örtlichen Beratungsstelle beraten.
  • Veränderungen: Wie fangt ihr ein neues Gespräch an, wenn eine Absprache nicht mehr passt? Zum Beispiel: „Ich merke, dass sich das anders anfĂĽhlt, als ich erwartet hatte. Können wir uns morgen Zeit nehmen, um darĂĽber zu sprechen?“

Auch andere Partnerpersonen gehören zum Gespräch

Eine Absprache zwischen zwei Menschen bedeutet nicht automatisch, dass eine dritte Person zustimmt. Jede Person muss selbst entscheiden können, welche Kontakte sie möchte und welche Informationen sie teilt. Sei ehrlich damit, was du anbieten kannst und was nicht, zum Beispiel wie viel Zeit du hast oder ob du keine neue romantische Beziehung suchst.

Wenn du selbst nicht mehr an etwas teilnehmen möchtest, darfst du das sagen. Besprich aber sorgfältig, was das für die anderen Beteiligten bedeutet, statt ihre Beziehung ohne Gespräch wie eine kündbare Vereinbarung zu behandeln.

Was, wenn Eifersucht aufkommt?

Du musst ein Gefühl nicht wegargumentieren, nur weil ihr euch für Nichtmonogamie entschieden habt. Versuche, es konkret auszudrücken: „Ich vermisse unseren festen gemeinsamen Abend“ gibt der anderen Person mehr Anhaltspunkte als „Das ganze Konzept funktioniert nicht“. Im Gespräch kann es um Zeit, Unsicherheit oder eine Grenze gehen, die doch anders liegt als gedacht. Es gibt keinen vorgeschriebenen Ausgang: Auch die Entscheidung, diese Beziehungsform nicht zu wollen, ist eine Antwort.