Intimität im Alter: Raum für das, was zu dir passt
Intimität kennt kein Höchstalter. Vielleicht hast du weiterhin Lust auf Sex, genießt lieber Berührungen oder hast wenig Interesse daran. Wichtig ist, dass du dich mit deinem Sexleben wohlfühlst. Ein Körper, der sich verändert, muss nicht bedeuten, dass Nähe verschwindet.
Dein Körper reagiert vielleicht anders
Eine Erektion braucht möglicherweise mehr Zeit oder Stimulation und hält eventuell kürzer an. Auch die Scheide kann nach den Wechseljahren langsamer feucht werden. Außerdem können Krankheiten, Medikamente, Schmerzen, Müdigkeit oder Trauer die Lust und das Wohlbefinden beeinflussen. Veränderungen haben also nicht immer dieselbe Ursache. Die Informationen zu Sex und Älterwerden beschreiben, was eine Rolle spielen kann.
Eine Veränderung kann für dich unangenehm sein, während dein Partner oder deine Partnerin sie kaum bemerkt, oder umgekehrt. Frag deshalb lieber: „Was fühlt sich für dich gerade gut an?“, statt zu raten, was eine körperliche Reaktion bedeutet.
Gestalte die Umstände angenehmer
- Wähle einen passenden Zeitpunkt. Wenn du abends vor allem müde bist, könnt ihr euch auch zu einer anderen ruhigen Tageszeit Zeit füreinander nehmen.
- Verändere eine Stellung. Sag, wo Druck oder Schmerzen entstehen. Eine andere Stellung oder zusätzliche Unterstützung kann angenehmer sein. Hör auf mit dem, was wehtut.
- Lass ein festes Ziel weg. Eine Massage, Küssen oder Streicheln kann für sich allein genug sein. Du kannst sagen: „Ich möchte dich gern berühren, aber heute keine Penetration.“
- Sprich darüber, was dir weiterhin wichtig ist. Vielleicht möchtest du nach wie vor gern zum Orgasmus kommen, oder entspannt Zeit miteinander zu verbringen ist dir wichtiger. Beides muss nicht selbstverständlich sein.
Ein gutes Gespräch muss nicht gleich zu einer Bestandsaufnahme eurer ganzen Beziehung werden. Fang mit einer konkreten Veränderung an: „Wir nehmen uns oft erst füreinander Zeit, wenn wir schon müde sind. Wollen wir uns am Samstagnachmittag Zeit freihalten?“
Auch ohne Partner oder Partnerin
Du musst nicht auf eine Beziehung warten, um herauszufinden, was dir guttut. Du kannst selbst entscheiden, welche Berührungen sich für dich richtig anfühlen, oder auch keine sexuelle Aktivität wollen. In einer neuen Beziehung musst du frühere Gewohnheiten nicht übernehmen. Sprecht erneut über eure Erwartungen.
Wann solltest du dir Hilfe holen?
Anhaltende Schmerzen, belastende Erektionsprobleme oder Sorgen darüber, wie Medikamente sich auswirken, kannst du in deiner Hausarztpraxis ansprechen. Dort kann man die Beschwerden einschätzen und dir bei Bedarf helfen oder dich weiterverweisen. Dein Alter ist kein Grund, Beschwerden, die dich einschränken, nicht anzusprechen. Die Informationen zu sexuellen Beschwerden und zum Gespräch in der Hausarztpraxis nennen Beispiele.
Hast du Blutungen aus der Scheide, nachdem du ein Jahr lang keine Monatsblutung mehr hattest? Vereinbare dann einen Termin, auch wenn es nur wenig Blut ist oder nur einmal vorkommt. Lies die Informationen zu Blutungen nach den Wechseljahren.