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Blickkontakt beim Dating: Was kannst du daraus schließen?

Blickkontakt kann ein Date aufregend machen, sagt dir aber nicht mit Sicherheit, was die andere Person fühlt. Ein langer Blick muss keine Verliebtheit bedeuten; wegzuschauen muss keine Ablehnung sein. Genieße ruhig einen schönen Moment, ohne sofort eine Schlussfolgerung oder den nächsten Schritt damit zu verbinden.

Was kannst du aus Blickkontakt schließen?

Nicht genug, um sicher zu wissen, was jemand meint. Ein Blick kann Aufmerksamkeit ausdrücken, aber auch bedeuten, dass jemand nachdenkt oder sich einfach kurz umsieht. Mach Blickkontakt deshalb nicht zu einem Test, bei dem du versuchst, eine versteckte Botschaft zu entschlüsseln. Achte darauf, was die Person sagt, lass Raum für Unsicherheit und frag nach, wenn du etwas wissen möchtest.

Menschen unterscheiden sich darin, wie viel Blickkontakt sie angenehm finden. Ihr müsst euch während eines Gesprächs nicht ständig ansehen, um aufmerksam miteinander zu sein. Wenn du selbst beim Zuhören manchmal wegschaust, kannst du das einfach sagen: „Ich höre dir zu, schaue beim Nachdenken aber manchmal kurz weg.“

Das Gespräch ist wichtiger als der Blick

Du musst bei einem Date nicht darauf achten, wer wie lange schaut. Wenn das Gespräch gut läuft, kannst du daran anknüpfen: Frag zu einer Geschichte nach, erzähl etwas von dir oder schlag vor, noch etwas trinken zu gehen. Mach daraus eine Einladung und keinen Test, ob die andere Person dich attraktiv findet.

Wenn du die Person wiedersehen möchtest, sag es einfach: „Ich würde das gern wiederholen. Hast du auch Lust dazu?“ So stellst du eine klare Frage, statt später über einen Blick beim Abschied zu grübeln.

Blickkontakt ist keine Zustimmung

Interesse zu vermuten ist etwas anderes, als Zustimmung zu bekommen. Wenn du jemanden küssen oder berühren möchtest, frag konkret, was die Person möchte, zum Beispiel: „Wäre es dir recht, wenn ich dich küsse?“ Schweigen oder eine unklare Antwort ist kein eindeutiges Ja. Warte im Zweifel und mach keinen Schritt. Bei Zustimmung geht es darum, was ihr beide möchtet, und sie kann sich ändern. Eine frühere Zustimmung bedeutet also nicht automatisch Zustimmung zu einer anderen Handlung oder zu einem späteren Zeitpunkt. Lies mehr über Einvernehmlichkeit und darüber, wie ihr euch miteinander abstimmt.

Ein Beispiel: nicht raten, sondern fragen

Stell dir vor, Noor und Sam sind bei einem Date. Noor bemerkt, dass Sam öfter zum Fenster schaut als zu ihr. Sie schließt daraus nicht, dass Sam kein Interesse hat, sondern fragt: „Ich verbringe gern Zeit mit dir. Sitzt du gern gegenüber oder lieber neben mir?“ Sam erzählt, dass sich das Sitzen nebeneinander angenehmer anfühlt. Sie wechseln die Plätze und unterhalten sich weiter.

Entscheidend ist nicht, dass Sam danach mehr Blickkontakt aufnimmt. Noor hat gefragt, was angenehm ist, und Sam selbst antworten lassen. Wenn sie wissen möchte, ob Sam sich noch einmal mit ihr treffen will, kann sie später direkt danach fragen.

Und wenn du Blickkontakt unangenehm findest?

Du kannst ein Date vorschlagen, bei dem ihr nicht ständig einander gegenübersitzt, zum Beispiel einen Spaziergang oder einen Besuch in einer Ausstellung. Dann habt ihr auch etwas, das ihr gemeinsam ansehen und worüber ihr sprechen könnt. Das ist eine Möglichkeit, das Treffen nach deinen Vorlieben zu gestalten, und keine Übung, die du durchhalten musst.

Wenn du etwas dazu sagen möchtest, kannst du es einfach formulieren: „Ich schaue beim Nachdenken manchmal kurz weg, höre dir aber zu.“ Du musst nicht deine ganze Persönlichkeit erklären.