Blue Waffle gibt es nicht: Das solltest du über den Internetmythos wissen
Blue Waffle ist keine echte Krankheit und keine STI. Es handelt sich um eine erfundene Erkrankung, die online mit schockierenden Bildern und Geschichten verbreitet wird. Du kannst dir also keine Blue Waffle einfangen und brauchst dafür weder einen Test noch eine Behandlung.
Die medizinische Einordnung von Medanta zu Blue Waffle beschreibt den Begriff als Internetmythos. Das bedeutet nicht, dass Beschwerden an Vulva oder Vagina unwichtig wären: Echten Juckreiz, Schmerzen oder veränderten Ausfluss kannst du ärztlich abklären lassen.
Warum wirken die Geschichten trotzdem glaubwürdig?
Die Geschichte verbindet einen erfundenen Namen mit Beschwerden, die es tatsächlich gibt. Juckreiz oder ein ungewöhnlicher Geruch sind vielen vertraut. Dadurch kann ein beängstigendes Foto glaubwürdiger wirken. Diese Kombination beweist aber nicht, dass eine neue Erkrankung entdeckt wurde.
Auch die Zahl der geteilten Beiträge sagt wenig aus. Zehn Accounts können dasselbe Bild weiterverbreiten, ohne zu wissen, woher es stammt. Ein medizinischer Begriff in der Bildunterschrift ändert daran nichts.
Schick solche Bilder deshalb nicht als Warnung an Freundinnen und Freunde. Du kannst stattdessen kurz antworten: „Blue Waffle ist eine erfundene Krankheit. Wenn du selbst Beschwerden hast, lass sie ärztlich abklären, statt sie mit diesem Foto zu vergleichen.“ So korrigierst du die Behauptung, ohne die Angst weiterzuverbreiten.
Was ist, wenn du Beschwerden hast?
Normaler vaginaler Ausfluss ist oft klar oder weißlich und riecht leicht säuerlich. Die Menge kann sich verändern. Vereinbare einen Termin, wenn du starken Juckreiz oder Schmerzen hast, es beim Wasserlassen brennt, sich Farbe oder Geruch verändern, du außerhalb deiner Periode blutest oder Schmerzen im Unterbauch hast. Sprich es auch an, wenn du denkst, dass du eine STI haben könntest.
Die Informationen zu vaginalem Ausfluss helfen dir dabei, normale Veränderungen von möglichen Gründen für einen Anruf in deiner Arztpraxis zu unterscheiden. Du brauchst zu diesem Gespräch keine Internetdiagnose mitzubringen.
Du musst nicht beweisen, dass deine Sorge berechtigt ist
Vielleicht ist es dir unangenehm, dass du der Geschichte geglaubt hast. Das muss dich nicht davon abhalten, einen Termin zu vereinbaren. Du könntest zum Beispiel sagen: „Ich habe seit ein paar Tagen Juckreiz und einen anderen Geruch bemerkt. Ein Beitrag im Internet hat mir Angst gemacht.“ So machst du sowohl deine Beschwerden als auch deine Sorgen deutlich.
Verwende keine Spülungen oder Hausmittel, um eine erfundene Krankheit zu behandeln. Seife und Vaginalspülungen können sogar Reizungen verursachen. Bei einem Termin geht es darum, was du tatsächlich bemerkst, nicht darum, wie überzeugend ein Internetbild aussieht.