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Hypospadie: Was bedeutet das für die Anatomie?

Hypospadie ist eine angeborene Besonderheit, bei der sich die Öffnung der Harnröhre nicht an der üblichen Stelle an der Penisspitze befindet, sondern weiter unten an der Unterseite. Die Öffnung kann direkt unter der Spitze oder weiter in Richtung Hodensack liegen. Manchmal sind auch die Vorhaut und die Krümmung des Penis anders geformt.

Man wird mit Hypospadie geboren; sie entsteht nicht durch Sex. Wie stark sie sich bemerkbar macht, ist unterschiedlich. Allein der Name sagt nicht aus, ob eine Behandlung nötig ist.

Welche Körperteile sind gemeint?

  • Harnröhre oder Urethra: der Kanal, durch den der Urin nach außen gelangt.
  • Harnröhrenöffnung oder Meatus: das Ende dieses Kanals. Bei einer Hypospadie steht die Lage dieser Öffnung im Mittelpunkt.
  • Vorhaut: die Haut rund um die Eichel. Sie kann oben wie eine Kappe liegen und an der Unterseite weniger vollständig ausgebildet sein.
  • Penisverkrümmung: eine Krümmung des Penis, die gleichzeitig auftreten kann, aber nicht dasselbe ist wie eine anders liegende Harnröhrenöffnung.

Das Amsterdam UMC erklärt diese anatomischen Merkmale. Die Lage der Öffnung, die Haut und eine mögliche Krümmung werden getrennt betrachtet. Sie lassen sich nicht zuverlässig anhand eines einzigen Vergleichs mit einem Foto beurteilen.

Was kannst du beim Wasserlassen bemerken?

Durch die Lage der Öffnung kann der Urinstrahl anders gerichtet sein oder spritzen. Dadurch kann es schwieriger sein, im Stehen zu urinieren. Bei einer leichten Form ist der Unterschied möglicherweise kaum zu bemerken. Diese Merkmale werden in der medizinischen Erklärung von MedlinePlus beschrieben.

Wenn du als Kind behandelt wurdest, kann deine heutige Anatomie anders aussehen als auf einer Abbildung einer unbehandelten Hypospadie. Beschreibe deshalb, was jetzt passiert: zum Beispiel, ob sich dein Urinstrahl erst vor Kurzem verändert hat oder ob du schon immer auf eine bestimmte Weise uriniert hast.

Bedeutet Hypospadie, dass Sex nicht möglich ist?

Nein. Viele Menschen mit Hypospadie können als Erwachsene ein Sexualleben haben. Eine individuelle Krümmung, Beschwerden oder eine frühere Operation können jedoch Fragen aufwerfen. Der Begriff Hypospadie sagt weder voraus, wie viel Freude jemand beim Sex empfindet, noch gibt er Auskunft über die Fruchtbarkeit.

Du musst deinem Partner oder deiner Partnerin keine ausführliche medizinische Erklärung geben. Wenn du etwas erklären möchtest, kannst du es einfach sagen: „Meine Harnröhrenöffnung liegt anders“ oder „Ich wurde dort früher operiert“. Was du erzählst und wann, entscheidest du selbst. Sprich über Schmerzen oder Veränderungen lieber mit einer Ärztin oder einem Arzt, statt aus Scham einfach weiterzumachen.

Ist eine Operation immer nötig?

Bei leichten Formen ist eine Behandlung nicht immer medizinisch notwendig. Wenn eine Operation erwogen wird, spielen unter anderem das Wasserlassen, die Krümmung und die Anatomie eine Rolle. Das ist eine individuelle Abwägung; diese Erklärung ist keine Empfehlung für eine Operation.

Auch Erwachsene können sich dazu an eine Urologin oder einen Urologen wenden. Eine britische Studie zu urologischen Rekonstruktionen beschrieb Erwachsene, die unter anderem wegen spritzenden Urins und einer Krümmung Hilfe suchten. Die Studie bezieht sich auf Patientinnen und Patienten, die medizinische Hilfe suchten, und nicht darauf, wie häufig alle Menschen mit Hypospadie Beschwerden haben.

Was hilft bei einem Arzttermin?

Erzähl, ob du bereits operiert wurdest, welche Fragen du hast und ob eine Beschwerde neu ist. Wenn du noch einen alten Arztbrief hast, bring ihn mit. Du kannst fragen: „Was ist bei mir genau anders angelegt?“ und „Sollten meine Beschwerden untersucht werden?“ Du musst nicht erst selbst den richtigen Namen für jede Form herausfinden.