Ist Masturbieren gesund? Was normal ist und wann du Hilfe suchen solltest
Masturbieren ist eine normale Form der Sexualität. Es kann sich gut anfühlen und dir helfen herauszufinden, welche Berührungen du magst. Du musst es nicht tun: Häufig, gelegentlich oder gar nicht zu masturbieren kann alles ganz normal sein. Es gibt keine bestimmte Anzahl, die du erreichen musst, um gesund zu sein.
Was kann es dir bringen?
Wenn du deinen Körper kennenlernst, kannst du besser herausfinden, was sich für dich gut anfühlt und was nicht. Das kann dir auch helfen, einem Partner oder einer Partnerin deine Wünsche zu erklären. Du musst daraus aber kein Übungsprogramm machen. Neugier oder Lust sind für sich genommen schon gute Gründe, und auch kein Bedürfnis danach zu haben, ist völlig in Ordnung.
Mach Gesundheit nicht zu einer zusätzlichen Aufgabe. Du musst nicht weitermachen, nur weil du irgendwo gelesen hast, dass eine bestimmte Anzahl von Orgasmen gut sein soll. Es geht auch nicht darum, dass du dasselbe erlebst wie jemand anderes.
Wie oft ist zu oft?
Allein an der Häufigkeit lässt sich das nicht beantworten. Ein Unterschied besteht zum Beispiel zwischen gern Zeit für dich zu nehmen und immer wieder Dinge ausfallen zu lassen, obwohl du das eigentlich nicht möchtest. Wenn Arbeit, Schlaf oder Beziehungen darunter leiden, kann es sinnvoll sein, darüber zu sprechen.
Vergleiche diese Fragen: „Mein Partner oder meine Partnerin masturbiert seltener als ich. Stimmt deshalb etwas nicht?“ und „Ich möchte aufhören, damit ich zur Arbeit gehen kann, aber es gelingt mir immer wieder nicht.“ Bei der ersten Frage geht es um einen Unterschied zwischen Menschen. Die zweite beschreibt eine Belastung, bei der du dir Unterstützung suchen kannst. Du musst dir dafür selbst keine Diagnose oder Bezeichnung geben.
Wenn es wehtut
Hör mit dem auf, was Schmerzen oder Reizungen verursacht. Schmerz ist kein Ziel und kein Zeichen dafür, dass du stärker weitermachen solltest. Wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, wenn die Schmerzen stark sind, anhalten, schlimmer werden oder immer wieder auftreten.
Beschreibe, was du spürst und wann es auftritt. Zum Beispiel: „Beim Berühren bekomme ich an dieser Stelle Schmerzen, und das passiert immer wieder.“ Damit gibst du mehr hilfreiche Informationen als nur eine Angabe dazu, wie oft du es pro Woche machst. Versuche nicht, ein körperliches Problem zu lösen, indem du dich zwingst, weniger empfindlich zu sein.
Angenehm und sauber bleiben
Wasch dir vor und nach dem Berühren die Hände. Wenn du ein Sexspielzeug verwendest, reinige es gemäß der dazugehörigen Anleitung. Besonders wenn es gemeinsam benutzt wird, ist die Reinigung wichtig. Hygiene ist auch dann relevant, wenn du allein bist.
Wenn dich Schuldgefühle oder Sorgen weiterhin beschäftigen, kannst du auch darüber sprechen. Du könntest zum Beispiel sagen: „Ich weiß nicht, ob meine Sorgen wegen des Masturbierens berechtigt sind, aber sie belasten mich.“ Du musst weder eine perfekt formulierte Frage noch Beweise für ein Problem mitbringen, um um Hilfe zu bitten.