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Was bedeutet Libido? Sexuelles Verlangen erklärt

Libido bedeutet sexuelles Verlangen: die Lust oder das Interesse an sexueller Aktivität. Sie ist keine Bewertung mit einem idealen Wert. Die ISSM beschreibt Libido und die Unterschiede zwischen Menschen.

Lust haben und Sex haben sind zwei verschiedene Dinge

Stell dir vor, du hast Lust auf Intimität, aber dein Partner oder deine Partnerin ist für ein paar Tage verreist. Dass ihr keinen Sex habt, bedeutet dann nicht, dass kein Verlangen da ist. Umgekehrt sagt die Verabredung zu einem romantischen Abend noch nicht, worauf du an diesem Abend tatsächlich Lust hast.

Deshalb ist „Wie oft haben wir Sex?“ eine andere Frage als „Wie erlebe ich mein Verlangen?“. Beide Fragen können in einem Gespräch vorkommen, aber die Antwort auf die eine ersetzt nicht die Antwort auf die andere.

Was meinst du mit starkem oder schwachem Verlangen?

Mit einer starken Libido meint jemand meist viel Lust auf Sex, mit einer schwachen Libido wenig. Diese Begriffe sagen noch nicht, womit du vergleichst. Meinst du weniger als im vergangenen Jahr, weniger als dein Partner oder deine Partnerin oder weniger, als es sich für dich selbst gut anfühlen würde?

Es gibt keine allgemeingültige Anzahl, wie oft du Lust haben solltest. Das Verlangen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann sich auch bei derselben Person verändern. Du kannst wenig Bedürfnis haben und damit zufrieden sein. Die Gesundheitswebsite Thuisarts erläutert diese Unterschiede.

Ist Libido dasselbe wie Erregung?

Nein. Verlangen bedeutet Lust; Erregung bezeichnet eine sexuelle Reaktion oder ein Erleben. Beides kann zusammen auftreten, aber eine körperliche Reaktion ist keine Zustimmung zu einer Handlung. Zustimmung muss freiwillig sein und kann sich ändern. RAINN erklärt den Unterschied zwischen körperlichen Reaktionen und Zustimmung.

Wenn du etwas ansprechen möchtest

Ein konkretes Beispiel sagt mehr aus als nur „Meine Libido ist schwach“. Du könntest sagen: „Mir fällt auf, dass ich seit einer Weile viel weniger Lust habe als früher, und ich vermisse das.“ Oder: „Ich habe seltener Lust als du, aber für mich ist das kein Problem.“

Wenn dich eine Veränderung belastet, kannst du sie mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt besprechen. Stress, Müdigkeit, eine Erkrankung oder manche Medikamente können eine Rolle spielen. Eine Veränderung des Verlangens allein verrät nicht, welche Ursache bei dir dahintersteckt. Du musst die Ursache also nicht selbst herausfinden, bevor du dir Hilfe holst.