Lichen sclerosus erkennen: erste Beschwerden und Behandlung
Lichen sclerosus kann mit Juckreiz oder veränderter Haut im Genitalbereich oder rund um den After beginnen. Vielleicht bemerkst du hellere Stellen, empfindliche Haut oder kleine Risse. Manchmal sind die Hautveränderungen auffälliger als die Beschwerden. Ein „Anfangsstadium“ lässt sich nicht selbst anhand eines Fotos feststellen: Lass neue oder anhaltende Veränderungen ärztlich beurteilen.
Welche Veränderungen können darauf hindeuten?
Lichen sclerosus ist eine chronische Hauterkrankung. Die betroffenen Stellen können weißlich sein und glatt oder eher faltig wirken. Die Haut kann durch Reibung leicht verletzt werden oder bluten. An der Vulva können Juckreiz, Schmerzen, Risse und Veränderungen der Schamlippen auftreten. Am Penis kann die Erkrankung unter anderem die Vorhaut betreffen, die dadurch enger werden kann. Der britische Gesundheitsdienst NHS beschreibt diese möglichen Anzeichen.
Nicht jeder weiße Fleck ist Lichen sclerosus. Andere Hautprobleme können ähnlich aussehen. Auch bedeutet wenig Juckreiz nicht automatisch, dass eine Veränderung unwichtig ist. Ärztinnen und Ärzte beurteilen das Gesamtbild: wie die Haut aussieht, wo sich die Stellen befinden und welche Beschwerden du hast.
Kommt es von Sex oder mangelnder Hygiene?
Nein. Lichen sclerosus ist keine sexuell übertragbare Infektion und nicht ansteckend. Du kannst es beim Sex nicht übertragen. Die Ursache ist nicht vollständig bekannt; mangelnde Hygiene ist keine Erklärung. Häufigeres Waschen oder Desinfizieren hilft daher nicht und kann die Haut sogar reizen.
Das kann auch hilfreich sein, wenn du es einer Partnerin oder einem Partner erklären möchtest: „Das ist eine Hauterkrankung, keine Infektion, die du von mir bekommen kannst.“ Du musst eine mögliche Diagnose nicht selbst rechtfertigen. Lass dir von der Ärztin oder dem Arzt erklären, was in deinem Fall festgestellt wurde.
Warum ist eine Behandlung sinnvoll?
Die Erkrankung kann ruhigere und aktivere Phasen haben. Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine stark entzündungshemmende Kortisonsalbe verschreiben. Bei Lichen sclerosus an der Vulva lindert die Behandlung die Beschwerden und verringert das Risiko für Narben und Verwachsungen. Eine fetthaltige Basissalbe kann außerdem Teil der Pflege sein.
Wie viel du auf welche Stellen und wie oft aufträgst, richtet sich nach deiner persönlichen Verordnung. Bitte lass dir zeigen, wie du die Salbe anwenden sollst, wenn das nicht klar ist. Stell dir nicht selbst einen Behandlungsplan zusammen und setz die Behandlung nicht ab, sobald der Juckreiz nachlässt. Die niederländischen Behandlungsinformationen von Thuisarts erklären, warum die Behandlung der Beschwerden und weitere Kontrollen zusammengehören.
Was kannst du bei empfindlicher Haut tun?
Vermeide parfümierte Produkte und alles, was auf der Haut brennt oder sticht. Bei Beschwerden an der Vulva reicht es, mit lauwarmem Wasser zu waschen; tupfe die Haut anschließend trocken. Scheuernde Kleidung und starkes Reiben können unangenehm sein. Wähle bei Intimität, was sich schmerzfrei anfühlt, und hör auf, wenn die Haut spannt oder verletzt wird. Schmerzen beim Sex solltest du ebenfalls mit deiner behandelnden Person besprechen. Du musst nicht weitermachen, wenn es wehtut.
Für einen Termin hilft eine einfache Übersicht: Wo ist die Veränderung? Seit wann bemerkst du sie? Hast du Schwierigkeiten beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Sex? Du musst nicht täglich Fotos machen oder versuchen, selbst ein Stadium zu bestimmen.
Welche Kontrollen sind wichtig?
Bei Lichen sclerosus an der Vulva empfiehlt Thuisarts eine jährliche Kontrolle. Wenn die Beschwerden zunehmen, solltest du dich früher melden. Es gehört auch dazu, selbst auf Veränderungen zu achten. Eine neue Stelle, Wunde, Beule oder Verdickung ist ein Grund, früher ärztlichen Rat einzuholen. Warte damit nicht bis zum nächsten regulären Termin.
Im betroffenen Bereich besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Das bedeutet nicht, dass eine juckende Stelle Krebs ist. Es erklärt aber, warum neue Veränderungen und anhaltende Wunden ärztlich beurteilt werden sollten. Die Informationen des britischen NHS zu möglichen Komplikationen machen diesen Unterschied deutlich.
Hast du noch keine Diagnose? Wende dich zunächst an deine Hausarztpraxis. Wenn die Behandlung nicht ausreichend wirkt, kann eine Hautärztin, ein Hautarzt oder eine gynäkologische Praxis nötig sein. Frag bei bestätigter Erkrankung nach, wen du kontaktieren kannst, wenn sich deine Haut verändert. So hast du neben der Behandlung auch eine klare Anlaufstelle.