Menstruationsschmerzen: Was hilft und wann solltest du dir Hilfe holen?
Wärme, sanfte Bewegung und bei Bedarf ein geeignetes Schmerzmittel können Menstruationsschmerzen lindern. Aber jeden Monat wegen der Schmerzen bei der Arbeit oder in der Schule zu fehlen, musst du nicht einfach hinnehmen. Vereinbare einen Termin in einer Arztpraxis, wenn die Schmerzen deinen Alltag stark beeinträchtigen oder trotz Maßnahmen immer wiederkommen.
Warum bekommst du Krämpfe?
Während der Menstruation zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen. Das kann Schmerzen im Unterbauch verursachen, die manchmal in den Rücken oder die Beine ausstrahlen. Oft beginnen die Schmerzen kurz vor oder mit dem Einsetzen der Blutung. Der NHS beschreibt den typischen Verlauf von Menstruationsschmerzen, aber deine Beschwerden müssen nicht jeden Monat gleich sein.
Schmerzen, die viel stärker sind als du es gewohnt bist, solltest du ernst nehmen, auch wenn du gerade deine Periode hast. Die Bezeichnung Menstruationsschmerzen erklärt nicht automatisch jede neue Beschwerde im Bauch.
Was kannst du jetzt ausprobieren?
- Wärme: Nimm ein warmes Bad oder lege eine Wärmflasche, in ein Tuch gewickelt, auf deinen Bauch.
- Sanfte Bewegung: Versuche zum Beispiel spazieren zu gehen, wenn es sich gut anfühlt.
- Entspannung: Gönn dir Ruhe oder bitte jemanden, deinen unteren Rücken sanft zu massieren.
Wähle, was für dich machbar ist. Ein entspannter Spaziergang muss keine sportliche Leistung sein, und einen Termin abzusagen bedeutet nicht, dass du dich nicht genug bemühst. Eine Wärmflasche kann wohltuend sein, ersetzt aber keine Abklärung, wenn sich deine Beschwerden deutlich verändern.
Welche Behandlung kannst du besprechen?
Paracetamol kann gegen Schmerzen helfen. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen können bei Menstruationsschmerzen wirksam sein, sind aber nicht für alle geeignet. Wenn du unsicher bist, andere Medikamente einnimmst oder gesundheitliche Probleme hast, sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker. Halte dich an die Packungsbeilage. Kombiniere Medikamente nicht eigenmächtig und nimm keine höhere Dosis.
Auch hormonelle Verhütungsmittel können Schmerzen lindern. Ob sie für dich infrage kommen, hängt unter anderem von deiner Gesundheit, deinen Vorlieben und deinem Bedarf an Verhütung ab. Thuisarts erklärt Schmerzmittel und hormonelle Behandlungen. Besprich, was du erreichen möchtest und wann du wiederkommen solltest, falls die Behandlung nicht ausreichend hilft.
Was solltest du deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Schmerzen erzählen?
Notiere, wann die Schmerzen begonnen haben, wo du sie spürst, was du dagegen genommen hast und ob es geholfen hat. Erwähne auch Schmerzen außerhalb der Menstruation sowie Schmerzen beim Sex, Wasserlassen oder Stuhlgang. Ein kurzes Schmerztagebuch kann Zusammenhänge besser sichtbar machen.
Zum Beispiel: „Am ersten Tag musste ich meine Schicht absagen. Am vierten Tag war die Blutung fast vorbei, aber die Schmerzen hielten an.“ So erzählst du mehr als mit der bloßen Aussage „starke Krämpfe“. Du musst nicht wochenlang warten, bis deine Übersicht vollständig ist.
Manchmal können Erkrankungen wie Endometriose eine Rolle spielen. Starke Schmerzen beweisen das nicht, sind aber ein Grund, Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Überweisung nötig sein.
Wann solltest du dich schneller melden?
Ruf sofort eine Arztpraxis oder den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst an, wenn du plötzlich sehr starke oder zunehmend schlimmer werdende Bauchschmerzen hast, wenn du bei Bauchschmerzen das Gefühl hast, gleich ohnmächtig zu werden oder wenn du während einer Schwangerschaft Bauchschmerzen hast. Bei Bauchschmerzen mit Fieber ruf noch am selben Tag an. Diese Hinweise dazu, wann du bei Bauchschmerzen ärztliche Hilfe holen solltest, gelten auch, wenn du denkst, dass du deine Periode hast.