Nebenwirkungen hormoneller Verhütung: Was kannst du tun?
Kopfschmerzen, Übelkeit, empfindliche Brüste, Stimmungsschwankungen oder unerwartete Blutungen: Solche Beschwerden können während der Anwendung hormoneller Verhütung auftreten. Nicht jede Beschwerde wird durch das Verhütungsmittel verursacht, und nicht jede Methode hat dieselben Nebenwirkungen. Beschwerden, die deinen Alltag beeinträchtigen, solltest du trotzdem ernst nehmen, auch wenn die Ursache noch nicht klar ist.
Welche Veränderungen können auftreten?
Hormonelle Verhütung kann dein Blutungsmuster verändern. Bei anderen Beschwerden, etwa bei Akne, Gewicht oder Stimmung, ist der Zusammenhang nicht bei jedem Mittel und jeder Anwenderin oder jedem Anwender gleich eindeutig. Eine Liste möglicher Nebenwirkungen sagt also nicht voraus, wie du dich fühlen wirst. Der NHS bietet einen Überblick über hormonelle Methoden und gemeldete Beschwerden.
| Methode | Eine mögliche Veränderung | Was bedeutet das im Alltag? |
|---|---|---|
| Kombinationspille | In den ersten Monaten kann es zu Zwischenblutungen kommen. Manche Anwenderinnen und Anwender berichten von Kopfschmerzen, Übelkeit oder empfindlichen Brüsten. | Notiere, wann die Beschwerden auftreten und ob sie vor allem während einer Einnahmepause vorkommen. |
| Hormonspirale | Am Anfang können die Blutungen unregelmäßig sein. Später werden sie oft schwächer oder bleiben ganz aus. | Gelegentliche Schmierblutungen sind etwas anderes als starke Schmerzen mit Fieber. Lass solche Beschwerden ärztlich abklären. |
Die Kombinationspille enthält Östrogen und Gestagen, die Hormonspirale nur Gestagen. Das ist keine Rangliste von gut und schlecht. Welche Wahl sich für dich angenehm und verantwortungsvoll anfühlt, hängt auch von deiner Gesundheit und davon ab, was dir wichtig ist.
Musst du erst drei Monate abwarten?
Manche Beschwerden lassen nach den ersten Monaten nach. Aber „Das kann am Anfang dazugehören“ bedeutet nicht, dass du sie ohne Rücksprache weiter aushalten musst. Sprich früher darüber, wenn sie dich beeinträchtigen, schlimmer werden oder dich beunruhigen. Gemeinsam könnt ihr abwägen, ob Abwarten, ein anderes Einnahmeschema oder eine andere Methode passt.
Bei der Kombinationspille kann zum Beispiel manchmal ein angepasstes Einnahmeschema helfen. Füge aber nicht eigenmächtig zusätzliche Pausen ein. Die Informationen zu Nebenwirkungen der Kombinationspille erklären, welche Veränderungen du besprechen kannst.
Erkläre deine Beschwerden in der Arztpraxis möglichst einfach
Eine kurze Notiz reicht oft aus, um deine Situation verständlich zu schildern:
- Der Name deines Verhütungsmittels und wann du damit angefangen oder zu einer anderen Methode gewechselt hast.
- Was genau du bemerkst und wann es angefangen hat.
- Wie sehr dich die Beschwerden beim Schlafen, Arbeiten, Bewegen oder beim Sex beeinträchtigen.
- Andere Medikamente, Erkrankungen oder Veränderungen, die zur gleichen Zeit aufgetreten sind.
- Was du selbst möchtest: es noch weiter versuchen, das Einnahmeschema besprechen oder eine Alternative finden.
Zum Beispiel: „Seit meiner zweiten Pillenpackung habe ich an mehreren Tagen pro Woche Kopfschmerzen. Manchmal lasse ich deshalb den Sport ausfallen. Ich möchte wissen, ob die Pille eine Rolle spielen kann und welche andere Möglichkeit es gibt.“ Du musst nicht erst beweisen, dass die Beschwerden von der Verhütung kommen.
Bei welchen Beschwerden solltest du schnell Hilfe holen?
Kombinationspräparate mit Östrogen, etwa die Kombinationspille, der Vaginalring und das Pflaster, erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel. Dieses Risiko ist gering, aber ein neu auftretendes schmerzhaftes und geschwollenes Bein muss dringend ärztlich abgeklärt werden. Kommen Atemnot oder Brustschmerzen hinzu, hol sofort medizinische Notfallhilfe. Der NHS beschreibt die Anzeichen einer Thrombose.
Wurde dir vor Kurzem eine Spirale eingesetzt und bekommst du Fieber, starke Blutungen oder anhaltende beziehungsweise zunehmende starke Bauchschmerzen? Ruf noch am selben Tag eine Arztpraxis an. Solche Beschwerden erfordern eine andere Einschätzung als leichte Schmierblutungen. Siehe auch die Informationen von Thuisarts zu Beschwerden nach dem Einsetzen.
Ohne Unklarheiten absetzen oder wechseln
Wenn du nicht schwanger werden möchtest, kläre vor dem Absetzen oder Entfernen, wie du weiterhin verhütest. Bei einer Spirale kann auch Sex in den Tagen vor dem Entfernen eine Rolle spielen. Frag deshalb ganz konkret: „Wann beginne ich mit dem neuen Verhütungsmittel, und wie lange muss ich Kondome verwenden?“
Eine Alternative muss nicht nur weniger Beschwerden verursachen, sondern auch zu deinem Leben passen. Möchtest du nicht täglich daran denken müssen, lieber keinen Eingriff oder möglichst keine Hormone? Beziehe das in deine Entscheidung ein. Deine Erfahrung mit einer Methode sagt nicht automatisch voraus, wie du andere Methoden verträgst.