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Der pH Wert deiner Vagina: Säuregrad, Tests und Beschwerden

Die Vagina ist von Natur aus sauer: Ein üblicher pH Wert liegt ungefähr zwischen 3,8 und 4,5. Diese Zahl beschreibt den Säuregrad und nicht, wie sauber du bist. Der Wert kann sich verändern, zum Beispiel durch Hormone oder Sex. Eine einzelne Messung sagt nicht automatisch aus, ob du eine Infektion hast.

Was bedeutet sauer in diesem Zusammenhang?

Je niedriger der pH Wert, desto saurer ist eine Umgebung. Sauer klingt vielleicht, als wäre etwas nicht in Ordnung. Für die Vagina ist das jedoch üblich. Es gehört zu den Bedingungen, unter denen die normalen Vaginalbakterien leben.

Der Bereich von 3,8 bis 4,5 ist keine feste Regel, die jederzeit für alle gilt. Nach den Wechseljahren kann der pH Wert zum Beispiel höher sein. Auch der Menstruationszyklus kann sich darauf auswirken. Die Cleveland Clinic beschreibt diese Schwankungen. Du musst ein Ergebnis also nicht selbst auf einen einzigen Idealwert bringen.

Was misst ein Selbsttest?

Bei vielen Tests verfärbt sich ein Teststreifen, wenn er mit Vaginalflüssigkeit in Kontakt kommt. Du vergleichst die Farbe mit der Skala des Tests. Halte dich beim Abnehmen der Probe und beim Ablesen an die jeweilige Gebrauchsanweisung: Eine Farbe, die sich nur ungefähr zuordnen lässt, ist keine genaue Diagnose.

Die Erklärung der FDA zu vaginalen pH Tests macht einen wichtigen Unterschied deutlich: Die Messung ähnelt dem, was in einer Arztpraxis verwendet werden kann. Eine Ärztin oder ein Arzt berücksichtigt aber auch deine Beschwerden, die Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests. Ein Selbsttest ersetzt diese Gesamtbeurteilung nicht.

Was sagt ein hoher oder normaler Wert aus?

Ergebnis Was du daraus ableiten kannst
Höher als der erwartete Bereich Ein Anlass, die Umstände und mögliche Beschwerden anzuschauen. Kein Beweis für eine bestimmte Infektion.
Im erwarteten Bereich Keine Garantie dafür, dass alle möglichen Ursachen für Juckreiz, Schmerzen oder Ausfluss ausgeschlossen sind.
Keine eindeutige Farbe erkennbar Halte dich an die Testanleitung und stütze eine Behandlung nicht auf ein geschätztes Ergebnis.

Bei bakterieller Vaginose und Trichomoniasis ist der pH Wert häufig erhöht, aber anhand des pH Werts lässt sich nicht zuverlässig zwischen diesen Ursachen unterscheiden. Trichomoniasis kann außerdem auch bei einem normalen pH Wert vorkommen. Die CDC Leitlinie zu vaginalen Beschwerden erläutert, warum eine zusätzliche Abklärung nötig sein kann.

Ein pH Test ist auch kein Test auf sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö oder HIV. Wenn eine mögliche Ansteckung infrage kommt, frag nach dem passenden Test. Ein normaler Teststreifen gibt in dieser Hinsicht keine Entwarnung.

Was kannst du bei Beschwerden tun?

Wende dich an deine Hausarztpraxis, wenn du starken Juckreiz oder Schmerzen hast, es beim Wasserlassen brennt, ein neuer unangenehmer Geruch auftritt, du ungewöhnliche Blutungen hast oder Schmerzen im Unterbauch bemerkst. Du kannst das Testergebnis mitbringen, musst aber nicht zuerst einen Selbsttest machen. Erzähl, wann die Beschwerden begonnen haben und welche Pflegeprodukte oder Medikamente du verwendest.

Wasche den Scheideneingang mit lauwarmem Wasser und verwende keine inneren Spülungen oder Intimdeos. Experimentiere nicht selbst mit sauren Mitteln, um einen Wert zu verändern. Die Ratschläge des niederländischen Gesundheitsportals Thuisarts bei verändertem Ausfluss konzentrieren sich auf die Beschwerden und die passende Pflege. Eine mögliche Behandlung richtet sich nach der festgestellten Ursache.