Samenspende: Spender werden oder einen Spender auswählen
Bei einer Samenspende stellt jemand Sperma zur Verfügung, um einer anderen Person zu einem Kind zu verhelfen. Das kann über eine Samenbank geschehen oder mit einem Spender, den die Person mit Kinderwunsch kennt. Damit sind medizinische, persönliche und rechtliche Fragen verbunden. Sich zu kennen ersetzt die Vorbereitung nicht.
Was passiert, wenn du Spender werden möchtest?
Eine Samenbank prüft, ob du als Spender infrage kommst. Das Amsterdam UMC beschreibt zum Beispiel ein Erstgespräch zu Gesundheit und Familiengeschichte, eine Untersuchung des Spermas, Tests auf Infektionen und Gespräche über die Bedeutung einer Spende. Außerdem wird geprüft, wie gut sich das Sperma einfrieren lässt.
Eine Spende bedeutet deshalb mehr, als einmalig eine Probe abzugeben. Die Klinik benötigt Zeit für Besuche, Untersuchungen und Gespräche. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Einrichtung. Frag vor Beginn, wie viele Besuche vorgesehen sind und was passiert, wenn du aufhören möchtest. Die Informationen des Amsterdam UMC für Samenspender geben ein konkretes Beispiel für einen solchen Ablauf.
Ein Spender, den du kennst: Sprecht über seine Rolle
Bei einem Freund oder Bekannten habt ihr vielleicht schon Vorstellungen davon, wie der Kontakt aussehen soll. Sprecht trotzdem darüber. „Du bist immer willkommen“ kann für die eine Person gelegentliche Besuche bedeuten und für die andere eine Rolle in der Erziehung.
Sprecht zum Beispiel über folgende Fragen:
- Wie stellt sich jede Person den Kontakt zu einem möglichen Kind vor?
- Was erzählt ihr Familie und Freunden über den Spender?
- Wie geht ihr mit Fragen des Kindes um, wenn es älter wird?
- Was ändert sich, wenn jemand umzieht oder eine neue Partnerin oder einen neuen Partner bekommt?
Ein Gespräch über solche Beispiele ist kein rechtlicher Vertrag. Lasst Fragen zur Elternschaft gesondert prüfen und besprecht die medizinische Vorbereitung mit der Kinderwunschklinik.
Den Eltern unbekannt zu sein ist nicht dasselbe wie anonym zu sein
Bei einer Samenspende in den Niederlanden sind Informationen über die Abstammung wichtig. Ein Spender über eine Klinik kann den Wunscheltern unbekannt sein, während ein Spenderkind später Informationen über den Spender anfragen kann. Geh also nicht von dauerhafter Anonymität aus. Die niederländische Organisation Fiom informiert und unterstützt rund um die Samenspende, auch bei Fragen von Spenderkindern.
Die rechtliche Elternschaft sollte gesondert besprochen werden
Die Familiensituation und der Weg zur Spende machen einen Unterschied. Nach den niederländischen Informationen wird bei einem persönlich bekannten Spender die Partnerin der Wunschmutter zum Beispiel nicht automatisch rechtlicher Elternteil; eine Anerkennung oder Adoption kann ein möglicher Weg sein. Das steht in den Informationen der niederländischen Regierung. Dieses Beispiel beschreibt nicht jede Familie.
Fragt deshalb vor Beginn, wer euch bei medizinischen Fragen begleitet und wer rechtliche Absprachen prüfen kann. Sprecht außerdem offen über die persönlichen Erwartungen aller Beteiligten. So verhindert ihr, dass dieselben Worte für verschiedene Personen etwas anderes bedeuten.