Sex nach der Geburt: Erholung, Lust und ein behutsamer Neuanfang
Warte mit vaginaler Penetration, bis die Blutung nach der Geburt aufgehört hat und mögliche Wunden verheilt sind. Wichtig ist auch, ob du selbst bereit dafür bist. Sechs Wochen sind kein Termin, an dem du wieder Sex haben musst. Vielleicht möchtest du früher wieder Nähe, vielleicht erst viel später.
Warum solltest du warten, solange du Blut verlierst?
An der Stelle, an der die Plazenta saß, befindet sich nach der Geburt eine Wunde in der Gebärmutter. Deshalb wird davon abgeraten, solange die Blutung anhält etwas in die Scheide einzuführen: weder einen Penis noch Finger oder ein Sexspielzeug. Im Durchschnitt hört die Blutung nach etwa sechs Wochen auf. Die niederländische Website De Verloskundige erklärt diese Empfehlung zur Erholung.
Hattest du einen Dammriss, einen Dammschnitt oder Komplikationen? Lass im Zweifel beurteilen, wie die Wunde verheilt ist. Penetration muss keine Probe sein, mit der du herausfindest, ob es schon geht. Nach einem Kaiserschnitt solltest du außerdem die Entlassungsempfehlungen des Krankenhauses beachten.
Was, wenn du noch keine Lust hast?
Wenig Schlaf, die ständige Betreuung eines Babys oder viel Körperkontakt beim Füttern können dein Bedürfnis nach Nähe verändern. Das muss nicht heißen, dass mit eurer Beziehung etwas nicht stimmt. Es kann helfen, deutlich zu sagen, welche Art von Nähe du gerade möchtest.
Zum Beispiel: „Ich vermisse uns, aber ich bin noch nicht bereit für Sex. Magst du einfach eine Weile bei mir sitzen?“ Oder: „Ich möchte gern küssen, aber heute soll es nicht weitergehen.“ Eine ruhige gemeinsame Zeit muss kein Versprechen sein, dass später am Abend noch mehr passiert.
Wenn dein Partner früher wieder Sex möchte als du, musst du deine Erholung nicht beschleunigen. Besprich auch, was dir helfen würde, mehr Freiraum zu haben, zum Beispiel Schlaf, praktische Unterstützung oder Zeit ohne Besuch.
Trockenheit und Schmerzen sind kein Grund, weiterzumachen
Wenn du stillst, kann deine Scheide trockener sein. Gleitmittel auf Wasserbasis kann bei Trockenheit helfen. Lass es langsam angehen und hör auf, wenn etwas wehtut. Kommen die Schmerzen immer wieder, sprich mit deiner Hausarztpraxis darüber. Diese Empfehlungen findest du auch bei der niederländischen Gesundheitswebsite Thuisarts zu Sex nach der Geburt.
Beschreibe, wo du den Schmerz spürst: am Scheideneingang, an einer Narbe oder tiefer im Bauch. Sag auch, ob du außerhalb sexueller Berührungen Beschwerden hast. Du musst die Ursache nicht kennen, um um Hilfe zu bitten.
Kümmere dich rechtzeitig um Verhütung
Du kannst schon vor deiner ersten Periode wieder fruchtbar sein. Auch Stillen schließt eine erneute Schwangerschaft nicht aus. Besprich deshalb rechtzeitig, welches Verhütungsmittel und welcher Beginn zu deiner Erholung und zur Ernährung deines Babys passen. Auf die erste Periode zu warten, ist keine zuverlässige Methode, um eine Schwangerschaft zu verhindern.
Wann solltest du sofort anrufen?
Ruf sofort an, wenn du Fieber hast oder dich krank fühlst, stark blutest oder übel riechenden Ausfluss aus der Scheide zusammen mit Fieber oder Bauchschmerzen hast. Wende dich bei diesen Beschwerden in den ersten zehn Tagen an deine Hebamme oder eine gynäkologische Praxis, danach an eine Arztpraxis oder den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst. Beachte außerdem die persönlichen Absprachen dazu, wen du kontaktieren sollst.
Bei anhaltenden Schmerzen oder Sorgen wegen der Intimität kannst du auch außerhalb der Nachuntersuchung um Hilfe bitten. Nimm eine konkrete Frage mit, zum Beispiel: „Die Wunde scheint geschlossen zu sein, aber Berührungen tun immer noch weh. Können Sie das beurteilen?“