Spermien einfrieren: vom ersten Termin bis zur späteren Verwendung
Beim Einfrieren von Spermien werden Samenzellen für eine mögliche spätere Verwendung aufbewahrt. Das kann zum Beispiel vor einer Behandlung sinnvoll sein, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. So bewahrst du dir eine Möglichkeit, aber es ist keine Garantie dafür, dass später eine Schwangerschaft entsteht.
Wann solltest du es besprechen?
Sprich früh über deinen Kinderwunsch, wenn du eine Behandlung erhältst, die die Spermienproduktion schädigen kann, etwa bestimmte Krebsbehandlungen. Auch wenn du noch nicht weißt, ob du Kinder möchtest, kannst du dich über die Möglichkeiten informieren. Verschiebe eine notwendige Behandlung nicht eigenmächtig und setze Medikamente nicht ohne Rücksprache ab. Dein Behandlungsteam stimmt sich mit der Kinderwunschklinik darüber ab, was medizinisch vertretbar und machbar ist. Die niederländische Leitlinie zu Medikamenten und Fruchtbarkeit betont, wie wichtig eine frühzeitige, individuelle Beratung ist.
Was geschieht mit dem Sperma?
Vorab besprecht ihr den Grund für die Aufbewahrung, deine Gesundheit und die Medikamente, die du einnimmst. Es wird auf Infektionskrankheiten untersucht und das Labor beurteilt die Samenzellen. Meist gibst du die Spermaprobe durch Masturbation in einem dafür vorgesehenen Raum ab. Du erhältst Anweisungen zur Entnahme; manchmal werden mehrere Proben benötigt.
Das Labor gibt eine Schutzlösung hinzu und füllt das Sperma in deutlich beschriftete Pailletten ab. Diese werden in flüssigem Stickstoff gelagert. Im UMCG wird anschließend eine Paillette aufgetaut, um die Qualität nach dem Einfrieren zu beurteilen. Die Informationen zum Einfrieren und Aufbewahren beschreiben diese Schritte.
Wenn es dir nicht gelingt, eine Probe abzugeben, sag dem Team sofort Bescheid. Du kannst ganz einfach sagen: „Ich merke, dass es unter diesen Umständen nicht klappt. Welche Möglichkeiten habe ich?“ Du musst das nicht verschweigen, bis die geplante Behandlung beginnt.
Was kannst du später mit eingefrorenem Sperma machen?
Beim Einfrieren und Auftauen kann die Qualität abnehmen. Für eine spätere Verwendung ist eine Kinderwunschbehandlung nötig, zum Beispiel IUI, IVF oder ICSI. Welche Behandlung möglich ist, wird erst für deine konkrete Situation entschieden. Die Anzahl der aufbewahrten Pailletten sagt deshalb nicht voraus, wie viele Schwangerschaften oder Kinder möglich sind.
Samenzellen können viele Jahre aufbewahrt werden, aber das ist keine Garantie für ein Kind. Das Informationsblatt für Patientinnen und Patienten zum Einfrieren von Sperma erklärt den Unterschied zwischen der Aufbewahrung und einer erfolgreichen späteren Behandlung.
Vereinbare die Aufbewahrung konkret
Du hältst die Vereinbarungen in einem Vertrag fest. Darin steht unter anderem, wie lange das Material aufbewahrt wird und was geschieht, wenn sich deine Wünsche ändern. Für das Einfrieren und die jährliche Lagerung können Kosten anfallen.
- Frag nach, welche Frist für dich gilt und wie du die Aufbewahrung verlängerst oder beendest.
- Lass dir erklären, wer der späteren Verwendung zustimmen muss und welche Regelungen im Todesfall gelten.
- Bitte um eine Kostenübersicht und prüfe die Bedingungen deiner eigenen Versicherung.
- Bewahre den Vertrag auf und teile eine neue Anschrift oder andere Kontaktdaten mit.
Eine hilfreiche erste Frage ist: „Was muss ich jetzt entscheiden und was kann ich später entscheiden?“ So kannst du zwischen einer bevorstehenden medizinischen Behandlung, der Aufbewahrung selbst und einem möglichen späteren Kinderwunsch unterscheiden.