Spermizid: Wirkung, Zuverlässigkeit und Anwendung
Ein Spermizid ist ein Mittel, das Spermien abtötet oder in ihrer Beweglichkeit hemmt, damit sie eine Eizelle schwerer erreichen. Du führst es vor dem Vaginalsex ein. Es enthält keine Verhütungshormone. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es mild zur Haut oder genauso zuverlässig wie andere Verhütungsmethoden ist.
Was bewirkt ein Spermizid?
Es gibt zum Beispiel Gele, Cremes, Schäume sowie lösliche Tabletten oder Folien für die Vagina. Sie wirken lokal in der Vagina. Eine Vaginaltablette ist also etwas anderes als eine Tablette, die du schluckst. Manche Mittel werden allein angewendet, andere sind Teil einer Methode mit einem Diaphragma oder einer Portiokappe. Mehr über die Wirkung.
Gleitgel, ein Gel zur vaginalen Pflege und Verhütungsgel sind nicht austauschbar. Auch Verhütungsgels unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Anwendung. Prüfe deshalb, wofür das jeweilige Produkt gedacht ist.
Wie zuverlässig ist es?
Wenn du nur ein lokal angewendetes Mittel verwendest, bleibt ein erhebliches Schwangerschaftsrisiko. Für Vaginalmittel, die Spermien hemmen oder abtöten, nennt die FDA bei typischer Anwendung etwa 21 bis 28 Schwangerschaften pro 100 Anwenderinnen und Anwender innerhalb eines Jahres. Diese breite Gruppe umfasst verschiedene Produkte. Die Zahl beschreibt weder das Risiko pro Geschlechtsverkehr noch ist sie eine Garantie für ein bestimmtes Gel. Erläuterungen zu den Zahlen.
Wenn du eine Schwangerschaft möglichst zuverlässig verhindern möchtest, sprich auch über andere Methoden. Überlege dir vorher eine konkrete Frage: Möchtest du vor allem keine Hormone verwenden, nur dann etwas anwenden, wenn du Sex hast, oder möglichst wenige Anwendungsschritte im Kopf behalten müssen? Das sind unterschiedliche Wünsche.
Die Anwendung braucht Vorbereitung
Die benötigte Menge, eine mögliche Wartezeit und die Wirkungsdauer unterscheiden sich je nach Produkt. Manche Mittel müssen sich erst auflösen. Bei erneutem Sex kann eine weitere Anwendung nötig sein. Lies dir deshalb die Gebrauchsanweisung vorher durch und prüfe auch, welche Kondome oder anderen Barrieremethoden du damit kombinieren kannst. Die Anwendung hängt vom Produkt ab.
- Lege das Produkt und die Gebrauchsanweisung vorher bereit.
- Prüfe, ob du es allein oder nur zusammen mit einem bestimmten Hilfsmittel anwenden darfst.
- Vereinbart gemeinsam, was ihr tut, falls das Mittel fehlt oder falsch angewendet wurde.
Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen
Spermizide schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Nonoxynol 9, ein Wirkstoff in einigen Spermiziden, kann die Schleimhaut reizen und wurde bei Kontakt mit HIV mit einem erhöhten Risiko einer Infektion mit HIV in Verbindung gebracht. Ein Kondom mit diesem Wirkstoff schützt nicht besser vor sexuell übertragbaren Infektionen als ein Kondom ohne ihn. Informationen zu Spermiziden und sexuell übertragbaren Infektionen.
Wenn du ein Brennen oder eine Reizung bemerkst, verwende das Mittel nicht weiter, wenn es Beschwerden verursacht. Besprich eine Alternative mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt oder in der Apotheke, besonders wenn die Beschwerden anhalten.
Was, wenn etwas schiefgelaufen ist?
Wenn du Sex ohne den vorgesehenen Schutz hattest, warte nicht erst bis zu deiner nächsten Periode, um dich beraten zu lassen. Wende dich so schnell wie möglich an eine Apotheke oder deine Hausärztin beziehungsweise deinen Hausarzt, um über Notfallverhütung zu sprechen. Sag dazu, wann der Sex war und welches Mittel du verwendet hast. Zusätzliches Spermizid im Nachhinein ersetzt keine Notfallverhütung. Was du nach ungeschütztem Sex tun kannst.