Toxische Beziehung: Achte darauf, was passiert
Du musst nicht sicher sein, ob deine Beziehung „toxisch“ ist, um Unterstützung zu suchen. Achte zuerst darauf, was passiert: Wirst du immer wieder klein gemacht, kontrolliert oder eingeschüchtert? Kannst du noch frei entscheiden, wen du triffst und wozu du Nein sagst? Eine Beziehung zu beurteilen erfordert mehr als einen Fragebogen im Internet.
Bist du gerade in Gefahr? Ruf 112 an. Für Rat zu einer unsicheren Situation zu Hause kannst du in den Niederlanden kostenlos und anonym Veilig Thuis unter 0800 2000 anrufen, rund um die Uhr.
Ein Konflikt oder immer weniger Freiheit?
Eine Meinungsverschiedenheit über Geld, Zeit oder Aufmerksamkeit muss nicht bedeuten, dass Gewalt im Spiel ist. Aber Drohungen, Stalking, Schläge oder erzwungene sexuelle Handlungen sind keine normalen Arten, einen Streit auszutragen. Du musst auch nicht warten, bis es wiederholt vorkommt, bevor du Hilfe suchst.
Bei kontrollierendem Verhalten wird dein Spielraum, eigene Entscheidungen zu treffen, immer kleiner. Dein Partner oder deine Partnerin will zum Beispiel ständig wissen, wo du bist, hält dich von Freunden fern oder liest ungefragt deine Nachrichten. Auch Demütigungen und die Drohung, private Informationen zu verbreiten, können Mittel sein, um Druck auszuüben.
Achte auf den Unterschied zwischen einer gemeinsamen Absprache und etwas, das du aus Angst tust. „Ich schreibe kurz, dass ich später komme“ ist etwas anderes, als Angst vor einer Bestrafung zu haben, wenn du nicht sofort antwortest.
Mach deine Sorgen konkret
Du musst keine Erklärung für das Verhalten deines Partners oder deiner Partnerin finden. Erzähl lieber von einer konkreten Situation: „Ich habe mich nicht getraut, zu meiner Freundin zu gehen, weil mein Partner gedroht hat, meine Sachen kaputt zu machen.“ Das gibt einer beratenden Person mehr Anhaltspunkte als nur das Wort „toxisch“.
Wenn es sicher ist, Notizen aufzubewahren, können sie hilfreich sein. Aber du brauchst keine Dokumentation, um Rat fragen zu dürfen. Ein Gespräch kann auch so beginnen: „Ich weiß nicht, wie ernst das ist, aber ich fühle mich zu Hause nicht frei.“
Du musst es nicht zuerst mit deinem Partner oder deiner Partnerin klären
Wenn du Angst vor der Reaktion hast, such dir zunächst allein Unterstützung. Eine Konfrontation muss nicht der erste Schritt sein. Besprich mit Veilig Thuis in den Niederlanden, wie du sicher Kontakt halten kannst und welche Unterstützung zu deiner Situation passt. Auch deine Hausarztpraxis oder eine Person, der du vertraust, kann mit dir überlegen, was du tun kannst.
Sag gleich dazu, wenn dein Partner oder deine Partnerin dein Telefon oder deine Nachrichten kontrolliert. Bitte darum, Rückrufe und Nachrichten so abzusprechen, dass es zu deiner Situation passt. Du darfst Unterstützung suchen, auch wenn du noch unsicher bist, ob du bleiben oder gehen willst. Der erste Schritt kann heute einfach sein, dass jemand weiß, was los ist, und gemeinsam mit dir auf deine Sicherheit achtet.