Safer Sex: Schutz praktisch planen
Safer Sex bedeutet, den Schutz darauf abzustimmen, was ihr vermeiden wollt: sexuell übertragbare Infektionen, eine Schwangerschaft oder beides. Klärt das vor dem Sex. So musst du eine wichtige Entscheidung nicht erst treffen, wenn du eigentlich schon weitermachen willst.
Was vereinbart ihr miteinander?
Ein Gespräch kann ganz unkompliziert beginnen: „Ich möchte ein Kondom benutzen. Hast du welche, oder soll ich welche mitbringen?“ Wenn ihr ohne Kondom Sex haben wollt, sprecht vorher über Tests auf sexuell übertragbare Infektionen und eine mögliche Verhütung. Ein früherer negativer Test sagt nichts über Kontakte aus, die danach stattgefunden haben.
Vereinbart konkret, was für die jeweiligen Praktiken gilt. Schutz bei eindringendem Sex bedeutet nicht automatisch, dass auch Oralsex besprochen ist. Du darfst eine Handlung aufschieben oder abbrechen, wenn sich die Vereinbarung für dich nicht gut anfühlt.
Eine Barriere benutzen
Kondome senken das Risiko für verschiedene sexuell übertragbare Infektionen. Sie bedecken nicht die gesamte Haut, deshalb ist eine Übertragung über eine ansteckende Stelle außerhalb des bedeckten Bereichs weiterhin möglich. Beim Lecken der Vulva oder beim Oralverkehr am After kannst du ein Lecktuch verwenden.
Benutze ein neues Kondom, wenn ihr von Analsex zu Vaginalsex wechselt. Wenn ihr ein Sexspielzeug teilt, zieht bei jedem Wechsel der Person ein neues Kondom darüber und reinigt das Spielzeug nach der Benutzung. Die praktischen Präventionstipps von Thuisarts erklären das genauer.
Tests, PrEP und Impfungen haben unterschiedliche Aufgaben
| Möglichkeit | Wofür ist sie gedacht? |
|---|---|
| Test auf sexuell übertragbare Infektionen | Feststellen, ob eine bestimmte Infektion vorliegt; ein Test verhindert keine spätere Ansteckung. |
| PrEP | HIV mit Medikamenten vor einem möglichen Kontakt verhindern, unter medizinischer Betreuung. Schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. |
| Impfung | Schutz vor bestimmten Infektionen wie HPV oder Hepatitis B. Es gibt keine allgemeine Impfung gegen alle sexuell übertragbaren Infektionen. |
Welche Tests nötig sind und wann, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis oder einer örtlichen Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit. Nicht alle brauchen dasselbe Testpaket. Wenn du dich für PrEP oder eine Impfung interessierst, frag auch, was zu deiner Gesundheit und deinen bisherigen Impfungen passt.
Wenn ein Kondom reißt
Unterbrecht den Sex und klärt, was jetzt zu tun ist. Wenn eine Schwangerschaft möglich und unerwünscht ist, hol dir so schnell wie möglich in einer Apotheke oder Hausarztpraxis Rat zur Notfallverhütung. Das ist eine andere Frage als das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen. Die Apotheke kann dir dabei helfen einzuschätzen, was nötig ist.
Bei einem möglichen Kontakt mit HIV in den vergangenen 72 Stunden ruf sofort eine medizinische Anlaufstelle oder, falls diese nicht erreichbar ist, die örtliche Notaufnahme an. Eine PEP muss so schnell wie möglich begonnen werden. Warte nicht auf Beschwerden oder ein Testergebnis. Eine medizinische Fachkraft beurteilt, ob sie nötig ist.
Notiere Datum und Uhrzeit und teile mit, welchen Schutz ihr verwendet habt. So bekommst du leichter gezielte Beratung, ohne erst selbst ein Risiko berechnen zu müssen.