Vaginitis: Eine Entzündung ist noch keine Erklärung
Vaginitis bedeutet eine Entzündung der Scheide. Dabei können Juckreiz, Schmerzen, Reizungen oder ein veränderter Ausfluss auftreten. Der Begriff sagt noch nicht, wodurch die Beschwerden entstehen: Eine Infektion, eine Reizung und hormonelle Veränderungen erfordern nicht unbedingt dieselbe Behandlung.
Vaginitis oder bakterielle Vaginose?
Die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber nicht dasselbe. Bei einer bakteriellen Vaginose verändert sich das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bakterienarten. Einige Bakterien kommen vermehrt vor, während es weniger Milchsäurebakterien gibt. Dabei liegt keine Entzündung der Scheide vor.
Am Geruch oder Juckreiz allein lässt sich der Unterschied nicht zuverlässig erkennen. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt deine Beschwerden und kann bei Bedarf eine Untersuchung durchführen. Auch normaler Ausfluss kann sich im Verlauf des Zyklus verändern; mehr Ausfluss bedeutet nicht automatisch, dass eine Infektion vorliegt.
Warum nicht gleich ein Mittel gegen Pilz verwenden?
Eine Pilzinfektion ist eine mögliche Ursache. Andere Beispiele sind Reizungen durch Seife, hormonelle Veränderungen rund um die Wechseljahre oder eine sexuell übertragbare Infektion. Wenn du bei jedem Juckreiz dasselbe Mittel verwendest, behandelst du möglicherweise nicht die eigentliche Ursache.
Die Behandlung hängt davon ab, was die Beschwerden auslöst. Erzähl bei einem Termin deshalb auch, was du bereits verwendet hast. Ein einfacher Satz kann helfen: „Ich habe seit vier Tagen Juckreiz und gestern ein Mittel ausprobiert. Es heißt …“ Bring bei Bedarf die Packung mit, statt über die Inhaltsstoffe zu rätseln.
Pflege bei Beschwerden
Halte es einfach: Wasch den äußeren Bereich mit Wasser und verzichte auf Scheidenspülungen und parfümierte Produkte. Versuch nicht, den Geruch mit Intimdeodorant zu überdecken. Wenn Sex schmerzt, hör damit auf. Diese Pflegemaßnahmen ersetzen keine Untersuchung, wenn deine Beschwerden anhalten.
Wann solltest du einen Termin vereinbaren?
Wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, immer wiederkommen oder nicht besser werden. Tu das auch bei starkem Juckreiz oder starken Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen, ungewöhnlichem oder übel riechendem Ausfluss, Blutungen außerhalb deiner Periode oder Schmerzen im Unterbauch. Sag Bescheid, wenn eine sexuell übertragbare Infektion möglich ist oder du schwanger bist.
Du musst nicht mit einer fertigen Diagnose zum Termin kommen. Beschreib, was anders ist als sonst, und frag, was untersucht werden sollte. Falls eine körperliche Untersuchung nötig ist, kannst du um eine Erklärung bitten und sagen, wann du aufhören möchtest.