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Was ist ASMR? Von leisem Flüstern bis zu Kribbeln

ASMR steht für den englischen Ausdruck autonomous sensory meridian response. Gemeint ist ein angenehmes Kribbeln, oft am Kopf, das durch bestimmte Geräusche oder Bilder ausgelöst wird. Dazu gehören zum Beispiel Flüstern, Klopfen oder ruhige Handbewegungen. Manche Menschen erleben dieses Gefühl, andere nicht. Die Studie von Poerio und Kolleginnen und Kollegen aus dem Jahr 2018 beschreibt dieses Erleben.

Mit welcher Aufnahme kannst du anfangen?

Wähle nach deinem Interesse und nicht nach dem Versprechen im Videotitel. Eine Aufnahme, die „alle in einer Minute entspannt“, muss sich für dich überhaupt nicht angenehm anfühlen. Du kannst dir kurz ein paar verschiedene Stile ansehen:

  • Hörst du lieber eine Stimme? Such dir eine ruhig gesprochene Erklärung zu einem Thema aus, das dich interessiert, zum Beispiel zum Zeichnen oder zum Herstellen eines Gegenstands.
  • Lieber ohne Worte? Probiere eine Aufnahme aus, in der ein einzelnes Geräusch im Mittelpunkt steht. So musst du nicht gleichzeitig einer Geschichte folgen.
  • Interessiert dich vor allem das Bild? Wähle eine Aufnahme mit einer klar erkennbaren Handlung, statt gleich eine lange Zusammenstellung anzusehen.

Das sind Ideen für den Einstieg, kein Test mit richtigem oder falschem Ergebnis. Vielleicht gefällt dir einfach ein sorgfältig gemachtes Video. Das muss keinen Namen bekommen.

So findest du heraus, was dir gefällt

Stell die Lautstärke angenehm ein und beginne mit einer kurzen Aufnahme. Wenn sie dir gefällt, merk dir den Titel oder erstelle eine kleine Wiedergabeliste. Wenn nicht, probiere vielleicht etwas anderes aus oder mach sie aus. Du musst nicht zahlreiche Videos hintereinander ansehen, um herauszufinden, ob ASMR bei dir „funktioniert“.

Eine eigene Notiz kann ganz einfach sein: „Diese Stimme gefällt mir, aber die Hintergrundmusik lenkt mich ab.“ Damit kannst du gezielter auswählen als mit einem pauschalen „ASMR finde ich gut oder schlecht“. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn du gar nicht weiter suchen möchtest.

Was sagt die Forschung?

Die Untersuchung aus dem Jahr 2018 kombinierte ein Experiment im Internet mit einer Laboruntersuchung. Bei Teilnehmenden, die ASMR wiedererkannten, wurden angenehme Gefühle und körperliche Veränderungen gemessen. Das beschreibt Reaktionen auf Videos und ist kein Nachweis dafür, dass ASMR eine Behandlung gegen Schlaflosigkeit oder andere Beschwerden ist.

Allein oder zusammen ansehen?

Wenn du eine Aufnahme teilen möchtest, erzähl, was dir daran gefällt: „Ich mag die ruhige Erklärung. Willst du kurz mithören?“ Das gibt mehr Orientierung, als zu erwarten, dass jemand dasselbe empfindet. Vereinbart beim gemeinsamen Ansehen, dass eine Person von euch auch etwas anderes auswählen kann. Unterschiedliche Vorlieben müssen nicht zum Streit führen.