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Slutshaming: Bedeutung, Beispiele und respektvolle Unterstützung

Slutshaming bedeutet, jemanden wegen des tatsächlichen oder vermeintlichen Sexuallebens oder beispielsweise wegen Kleidung, die damit in Verbindung gebracht wird, zu demütigen. Du musst also keinen Sex gehabt haben, um davon betroffen zu sein. Der Begriff wird vor allem für die Beschämung von Frauen verwendet. McGill erläutert den Begriff.

Slutshaming, Victim Blaming oder Kritik?

Der Unterschied wird deutlicher, wenn du darauf achtest, was eine Äußerung bewirkt. Diese Beispiele sind erfunden und sollen den Unterschied veranschaulichen.

Äußerung Was passiert hier?
„Mit so vielen früheren Partnern verdienst du keinen Respekt.“ Slutshaming: Das Sexualleben wird dazu benutzt, jemanden herabzusetzen.
„Hättest du doch etwas anderes angezogen, dann wärst du nicht belästigt worden.“ Victim Blaming: Die Verantwortung wird auf die betroffene Person verlagert. Das kann gleichzeitig Slutshaming sein.
„Wir hatten vereinbart, exklusiv zu sein. Du hast diese Vereinbarung gebrochen.“ Eine konkrete Vereinbarung ansprechen. Das geht auch ohne Schimpfwörter oder ein Urteil über die sexuelle Vergangenheit einer Person.

Du musst nicht auf jede Grenze oder Beziehungspräferenz verzichten, um respektvoll zu bleiben. Du kannst zum Beispiel keine offene Beziehung wollen. „Das passt nicht zu mir“ ist etwas anderes, als jemanden deshalb für unwürdig zu erklären.

Wie kannst du unterstützen, ohne zu urteilen?

Wenn dir jemand von einer verletzenden Äußerung erzählt, musst du nicht sofort entscheiden, welches Etikett genau passt. Hör erst einmal zu und frag, was der Person in dem Moment guttun würde. Zum Beispiel:

  • „Möchtest du erzählen, was passiert ist?“
  • „Möchtest du, dass ich zuhöre, mit dir überlege oder dir bei etwas helfe?“
  • „Was würde dir jetzt helfen?“

Vermeide Fragen, die den Fokus darauf lenken, was die Person getragen hat, mit wem sie mitgegangen ist oder warum sie eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. Frag lieber, was an der Äußerung oder Situation unangenehm war. So gibst du der Person Raum für ihre eigene Sicht auf das Geschehene.

Wie kannst du eine herabwürdigende Äußerung ansprechen?

Benenn die Worte oder das Verhalten, das du problematisch findest, ohne die sprechende Person sofort als Mensch zu verurteilen. Du könntest zum Beispiel sagen: „Lass uns nicht so über sie reden. Ihr Sexualleben geht uns nichts an.“

Auch ein Gespräch über Vereinbarungen oder Konsequenzen kann respektvoll bleiben. Richte den Fokus dann auf die konkrete Handlung und die getroffenen Vereinbarungen, nicht auf den Charakter oder die vermeintliche sexuelle Vergangenheit einer Person.

Im Gruppenchat: Nicht weiterleiten ist auch eine Handlung

Stell dir vor, jemand teilt einen Screenshot und schreibt dazu, mit wie vielen Menschen die abgebildete Person angeblich geschlafen hat. Du musst dem Gerücht nicht erst nachgehen, um mit dem Weiterleiten aufzuhören. Eine kurze Antwort könnte lauten: „Das ist privat. Bitte lösch das aus dem Chat.“ Füge keine eigenen Details oder neuen Screenshots hinzu.

Wenn du die betroffene Person kontaktieren möchtest, mach das direkt und in Ruhe. Frag, ob sie wissen möchte, was geteilt wurde und welche Unterstützung ihr guttun würde. Verfasse nicht im Namen der Person eine öffentliche Antwort und versprich nicht, dass du alle Kopien verschwinden lassen kannst.

Wenn du selbst eine verletzende Äußerung gemacht hast

Eine hilfreiche Entschuldigung bezieht sich darauf, was du getan hast: „Ich habe über dein Sexualleben geurteilt. Das war nicht in Ordnung und ich werde diese Bemerkung nicht wiederholen.“ Lass den Zusatz „aber es war doch nur ein Scherz“ weg. Die andere Person muss deine Entschuldigung nicht sofort annehmen.

Auch wenn jemand ein Wort selbst für sich verwendet, kannst du nicht davon ausgehen, dass du es deshalb ebenfalls benutzen darfst. Wenn du unsicher bist, frag nach oder wähle andere Worte.