Stimmung und Menstruation: Erkenne, was sich bei dir verändert
Weinst du in den Tagen vor deiner Menstruation schneller, wirst du wütend oder ist dir alles zu viel? Achte auf wiederkehrende Muster und darauf, was an diesen Tagen passiert. Du musst deine Gefühle nicht als „nur Hormone“ abtun. Auch wenn eine Beschwerde jeden Monat wiederkommt, darfst du dir Hilfe holen.
Achte nicht nur auf einzelne schwierige Tage
Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit können in den Wochen vor der Menstruation auftreten. Wie du dich fühlst, kann sich von Monat zu Monat unterscheiden. Der britische Gesundheitsdienst NHS beschreibt solche Beschwerden bei PMS. Ein allgemeines Schema, nach dem du dich an jedem Zyklustag gleich fühlen solltest, hilft dir deshalb wenig dabei, deine eigene Situation einzuschätzen.
Beginne mit zwei Fragen: Wann merke ich etwas, und was fällt mir dadurch schwerer? Schreib auch auf, wann du dich wohlfühlst. Wenn du nur schwierige Tage notierst, ergibt sich ein unvollständiges Bild des Monats.
Eine kurze Notiz reicht
Du musst keinen ausführlichen Bericht schreiben oder deine Stimmung ständig überprüfen. Ein paar Zeilen am Ende des Tages können schon dabei helfen, später klar zu erzählen, wie es dir geht.
| Worauf kannst du achten? | Beispiel für eine Notiz |
|---|---|
| Stimmung | Heute angespannt, aber nicht niedergeschlagen. |
| Auswirkung | Ein Treffen abgesagt, weil ich keine Kraft für ein Gespräch hatte. |
| Umstände | Wenig geschlafen und einen anstrengenden Arbeitstag gehabt. |
| Menstruation | Heute hat die Blutung begonnen. |
| Was du gebraucht hast | Allein zu essen hat mir Raum gegeben; danach wollte ich gern zusammensitzen. |
Das sind Beispiele dafür, wie du etwas beschreiben kannst. Wähle Worte, die zu dir passen. Eine Zahl oder eine App brauchst du nicht, wenn ein kurzer Satz für dich klarer ist.
Wann könnte es PMS sein?
Bei PMS beginnen die Beschwerden vor der Menstruation; danach gibt es auch beschwerdefreie Tage. Die niederländische Gesundheitswebsite Thuisarts empfiehlt zur Einschätzung, drei Monate lang täglich ein Tagebuch zu führen: Thuisarts erklärt, woran du ein prämenstruelles Syndrom erkennen kannst. Besprich mit deiner Hausarztpraxis, was dir auffällt, auch wenn du außerhalb dieser Tage niedergeschlagen oder angespannt bist. Schieb einen Termin nicht auf, nur weil du erst noch etwas dokumentieren möchtest.
Sprich über das, was du brauchst, statt dir ein festes Etikett zu geben
Du kannst sagen: „Ich merke, dass mir heute schnell alles zu viel wird. Ich möchte das Gespräch führen, aber lieber nach dem Essen.“ Oder: „Ich brauche Nähe, aber keinen Sex.“ So machst du klar, was dir gerade hilft, ohne beweisen zu müssen, woher dein Gefühl kommt.
Deine Partnerin oder dein Partner sollte deine Menstruation nicht zum Maßstab dafür machen, ob dein Einwand berechtigt ist. Wenn dich etwas beschäftigt, darf das Thema wichtig bleiben, auch wenn du es lieber zu einem anderen Zeitpunkt in Ruhe besprechen möchtest.
Wann solltest du dir Hilfe holen?
Vereinbare einen Termin, wenn Niedergeschlagenheit oder Angst deine Arbeit, deine Beziehungen oder die alltägliche Selbstfürsorge beeinträchtigen. In der Hausarztpraxis könnt ihr besprechen, was los ist und welche Unterstützung passt, zum Beispiel durch eine psychosoziale Fachkraft in der Praxis oder durch eine Psychologin oder einen Psychologen. Hier erfährst du, wie Hilfe bei psychischen Beschwerden abläuft.
Wenn du an Suizid denkst, hol dir sofort Hilfe bei deiner Hausarztpraxis oder dem örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst. In den Niederlanden kannst du auch rund um die Uhr 113 anrufen oder über 113.nl chatten. Bei unmittelbarer Lebensgefahr ruf 112 an. Hilfe gibt es auch außerhalb der üblichen Sprechzeiten.